Region. Trotz sinkender Fallzahlen bleibt das Sicherheitsgefühl vieler Bürger in der Region angespannt. Die jüngst vorgestellte Kriminalstatistik 2025 der Polizeidirektion Braunschweig zeigt zwar insgesamt einen leichten Rückgang der Gewaltkriminalität, doch die Berichte über schwere Taten in den letzten Wochen verstärken die Sorge in der Bevölkerung.
Im vergangenen Jahr wurden in der Polizeidirektion Braunschweig insgesamt 71.997 Straftaten erfasst und damit weniger als im Vorjahr (74.045). Unter den Gesamt-Straftaten waren 2.907 Fälle von Gewaltkriminalität (-1,16 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Zur Gewaltkriminalität zählen unter anderem Straftaten gegen das Leben wie Mord und Totschlag, Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung, darunter Vergewaltigung und sexuelle Nötigung, Raub und Körperverletzungsdelikte sowie häusliche Gewalt. Mit 73,9 Prozent nehmen die „gefährlichen und schweren Körperverletzungen“ den größten Anteil bei den Gewaltdelikten ein.
Straftaten gegen das Leben auf Vorjahresniveau
Auch die Zahl der Straftaten gegen das Leben bewegt sich auf dem Niveau des Vorjahres: Von den 51 Fällen im Jahr 2025 (2024: 50) konnten 94 Prozent (48 Fälle) aufgeklärt werden. Bei den drei nicht aufgeklärten Taten handelte es sich um einen Mord, einen Totschlag und eine fahrlässige Tötung. Von den insgesamt 51 Fällen entfielen 32 auf Versuchstaten und 19 auf vollendete Tötungsdelikte. Im Jahr 2025 wurden vier Morde begangen und sechs weitere versucht. Neun von zehn Morddelikten konnten aufgeklärt werden.
Schwere Straftaten erschütterten die Region
Die Statistik zeigt also, dass Gewalttaten gesunken oder mindestens auf Vorjahresniveau geblieben sind. Doch Berichte über Raub, Körperverletzung, Mord, Vergewaltigung und Diebstahl sorgen dafür, dass das subjektive Sicherheitsempfinden vieler Bürger getrübt ist. Kommentare auf Artikel von regionalHeute.de zeigen immer wieder, dass das Gefühl von Bedrohung im Alltag stark präsent ist und den Statistiken wenig Glauben geschenkt wird. Vor allem dann, wenn es sich um schwere Taten handelt. In den vergangenen Monaten haben mehrere solcher Fälle die Region erschüttert.
Frau gequält und gefoltert
In Salzgitter soll eine Frau über mehrere Monate hinweg von einem Ehepaar und deren Tochter schwer misshandelt worden sein. So soll der Frau mit einem Gasbrenner der Bauch verbrannt und ihre Zunge auf ein Holzbrett genagelt worden sein. Zudem soll sich die 32-Jährige selbst mit einer Zange zwei Zähne habe ziehen müssen.
Säureangriff in Beuchte
Ein 32‑jähriger Familienvater wurde im November vergangenen Jahres in Beuchte mit hochkonzentrierter Ameisensäure übergossen, schwer verletzt und verlor sein Augenlicht. Die Staatsanwaltschaft hat gegen eine 27‑jährige Frau Anklage wegen versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung erhoben. Der Prozess beginnt im April.
Verkehrsstreit eskaliert auf Aldi‑Parkplatz
In Wolfenbüttel kam es nach einem Streit zwischen Autofahrern zu einer körperlichen Auseinandersetzung auf einem Supermarktparkplatz. Ein Mann wurde mehrfach ins Gesicht und auf den Oberschenkel geschlagen und musste im Klinikum behandelt werden. Die Polizei ermittelt weiter.
Messerstecherei am Sternhaus
Auf einem Parkplatz nahe dem Friedwald kam es zu einer Messerstecherei zwischen mehreren Beteiligten. Eine Person wurde schwer verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags.
Messerangriff unter Autofahrern
In Braunschweig eskalierte ein Streit zwischen zwei Autofahrern: Einer der Beteiligten zog ein Messer und verletzte den 39‑jährigen Kontrahenten schwer an Kopf und Hals. Ein mutiger Zeuge hielt den Täter bis zum Eintreffen der Polizei fest, der Angreifer sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.
Senior bei Überfall getötet
Zum Jahreswechsel kam es im Westlichen Ringgebiet zu einer schrecklichen Tat. Ein Senioren-Paar wurde nachts in der eigenen Wohnung überfallen. Ein 70-Jähriger wurde dabei getötet, seine Lebensgefährtin erlitt schwere Verletzungen. Ein 26-Jähriger wurde kurz nach der Tat festgenommen.
Ein weiterer grausamer Fall aus Wolfenbüttel wird derzeit vor dem Braunschweiger Landgericht verhandelt. Zugetragen hatte sich der versuchte Mord an einer Frau bereits im vergangenen Mai. Zwei Brüder sollen am Nachmittag des 9. Mai versucht haben, eine Frau zu töten, indem sie die damals 31-Jährige aus dem Fenster warfen.

