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Wahrenholz: Aufgebrachte Milchbauern - Jetzt entschuldigt sich der VfL



Aufgebrachte Milchbauern - Jetzt entschuldigt sich der VfL

Der Vorstandsvorsitzende des VfL Wolfsburg, Michael Meeske besuchte den Betrieb von Helmut Evers, einem Milchbauern aus Wahrenholz.

Im Dialog über Milch und Klimaschutz: VfL-Wolfsburg Geschäftsführer Michael Meeske nimmt Einladung von Milchbauer Helmut Evers nach Wahrenholz an.
Im Dialog über Milch und Klimaschutz: VfL-Wolfsburg Geschäftsführer Michael Meeske nimmt Einladung von Milchbauer Helmut Evers nach Wahrenholz an. Foto: Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V.

Wahrenholz. Der Geschäftsführer des VfL Wolfsburg, Michael Meeske, war am gestrigen Mittwoch zu Gast auf dem Hof von Milchbauer Helmut Evers. Anlass für das gemeinsame Treffen war der Aktionsmonat „Wow, no cow! – der VfL wird kuhmilchfrei!“ des VfL Wolfsburg im Rahmen der neuen strategischen Partnerschaft mit dem schwedischen Haferdrink-Anbieter "Oatly" (regionalHeute.de berichtete). Diese Aktion des Fußballclubs hat viele Branchenvertreter und Akteure in der Landwirtschaft erstaunt.



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Sie unterhielten sich unter anderem darüber, wie Milcherzeugnisse und Klimaschutz zusammen passen und ob man in Zukunft auf tierische Lebensmittel verzichten müsse. Außerdem dabei waren beim Gespräch Vertreter der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V., der Molkerei Uelzena eG, des Bundesverband Rind und Schwein e.V. sowie des Kreislandvolkverbandes Gifhorn.



Nachhaltige Milchproduktion


„Wir können dem VfL auch ein Stück weit dankbar sein, dass er das Thema nachhaltige und klimaschonende Milchproduktion aufgegriffen hat“, sagte Helmut Evers im Klima-Gespräch. „Schließlich bekommen wir als Milchbauern und Milchbranche so Gelegenheit, einer breiten und auch kritischen Öffentlichkeit unsere erfolgreichen Bemühungen und Aktivitäten zu erläutern. Wir in Deutschland und auch gerade in Niedersachsen sind weitgehend für das Thema sensibilisiert und arbeiten daran, großflächig Klimabilanzen nach einem standardisierten Verfahren zu erstellen." Nach bisherigen Erkenntnissen belege man beim CO₂ Fußabdruck pro Liter Milch einen internationalen Spitzenplatz. "Unsere jungen nachrückenden oder auch schon praktizierenden Betriebsleiter gehören der Generation 'Fridays For Future' an und sind sich zum größten Teil ohnehin ihrer großen Verantwortung bezüglich einer umwelt- und klimaschonenden Wirtschaftsweise bewusst", betonte Evers, der selbst zum Thema Klimaschutz und Milcherzeugung Videos auf seinem Blog "My KuhTube" veröffentlicht hat.


Konstruktiver Dialog


Meeske sagte: "Als Bundesligist mit gesellschaftlicher Vorbildfunktion möchten wir nicht nur Fußball spielen, sondern Menschen auch inspirieren und für Themen wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz sensibilisieren. Im Zusammenhang mit unserer Partnerschaft mit Oatly haben wir daher den 'milchfreien VfL' als Aktionsmonat ins Leben gerufen, mit dem wir unsere Fans über alternative und nachhaltige Ernährungsmethoden aufklären wollten. Mit der Aktion haben wir unser Cateringangebot ergänzt und unseren Mitarbeitern, Partnern und Fans die Möglichkeit geboten, etwas Neues auszuprobieren. Natürlich kann eine solche Aktion auch zu Interessenskonflikten führen, aber solange daraus ein konstruktiver Dialog entsteht, bringt es uns alle voran." Die Hafermilch habe man nur für den Aktionszeitraum in den Vordergrund stellen wollen, erklärt Meeske. Dafür, dass dies anscheinend nicht klar genug war, entschuldigte er sich.


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