Gifhorn. Betrüger haben in dieser Woche mit der Masche "Falscher Polizeibeamter" 100.000 Euro erbeutet. Am Montagmittag erhielt ein Firmeninhaber aus dem Gifhorner Nordkreis einen Anruf. Der Anrufer gab sich als Polizist aus und behauptete, gegen den 64-Jährigen laufe ein Ermittlungsverfahren. Angeblich habe er im Darknet mit Kinderpornografie und Betäubungsmitteln gehandelt. Der Anrufer konnte das Unternehmen des Mannes benennen und setzte ihn mit der Aussage unter Druck, dass es schwierig sei, die Vorwürfe zu entkräften.
Nach anfänglichen Zweifeln glaubte der 64-Jährige dem Anrufer. In einem Videoanruf verstärkten die Täter den Eindruck eines offiziellen Verfahrens, indem sie Polizeiwappen einblendeten. Der 64-Jährige wurde aufgefordert, der Polizei in einem verdeckten Einsatz zu helfen, indem er bei verschiedenen Banken insgesamt 100.000 Euro abheben und übergeben sollte. Da der Mann Zweifel äußerte, wurde ihm gesagt, er könne jederzeit die "110" anrufen. Dem kam der 64-Jährige auch nach. Weil er jedoch den laufenden Anruf nicht beendet hatte, blieb die Verbindung zu den Betrügern bestehen. Diese versicherten ihm, dass alles seine Richtigkeit habe.
Polizei sucht Zeugen
Am Dienstagmorgen nahmen die Täter erneut Kontakt auf und instruierten den 64-Jährigen, woraufhin er das Geld abhob und in Gifhorn an eine unbekannte Person übergab. Die Polizei Gifhorn sucht nun Zeugen, die Hinweise geben können. Der Geschädigte beschrieb den Abholer als etwa 50-jährigen Mann, etwa 170 cm groß, mit hellen, kurz geschnittenen Haaren und dunkler Kleidung. Zudem trug die Person einen Mundschutz.Die Übergabe fand am 23. Juni zwischen 13:30 Uhr und 13:45 Uhr auf einem Parkplatz zwischen dem Gifhorner Schloss und dem Kreishaus II statt. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 05371/980-0 entgegen.
Polizei warnt eindringlich
Die Polizei warnt erneut davor, sich am Telefon unter Druck setzen zu lassen. Echte Polizisten fordern niemals Bargeld oder Wertsachen am Telefon. Bei verdächtigen Anrufen sollte sofort aufgelegt werden, und die örtliche Polizeidienststelle sollte kontaktiert werden, ohne die Rückruftaste zu nutzen. Diese Informationen teilt die Polizei in einer Presseinformation mit.

