Brome. Anfang November erschütterte der Fall von zahlreichen verwahrlosten Hunden die Region. In einer gemeinsamen Aktion beschlagnahmten Veterinäramt und Polizei damals 67 Tiere, die mutmaßlich unter tierschutz- und artwidrigen Umständen gehalten wurden. regionalHeute.de berichtete. Bei den Hunden handelte es sich zumeist um Golden Retriever, darunter auch Welpen. Nun gibt es Neuigkeiten, was aus den Vierbeinern wurde.
Wie der Landkreis nun in einer Pressemitteilung schreibt, beschäftige der Fall nach wie vor viele Menschen, daher wolle man über den aktuellen Stand berichten. Demnach haben alle 67 Hunde überlebt – nach der Beschlagnahme seien die Tiere sofort tiermedizinisch versorgt worden, da viele von ihnen in einem sehr schlechten Gesundheitszustand gewesen seien. Mittlerweile hätten sich die meisten Hunde stabilisiert und würden erste Fortschritte zeigen. Einige Tiere müssten jedoch weiterhin intensiver medizinisch betreut werden, da ihre gesundheitliche Situation besonders gelagert sei. Trotz der schwierigen Umstände sei es jedoch wahrscheinlich, dass sich alle Hunde vollständig erholen werden.
Halter haben Klage eingereicht
Die Hunde seien momentan in verschiedenen Tierheimen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Schleswig-Holstein untergebracht, wo sie individuell behandelt und gepflegt werden. Derzeit sei eine Vermittlung der Hunde an neue Halter noch nicht möglich – der Landkreis Gifhorn prüfe jedoch intensiv alle rechtlichen Möglichkeiten in diesem Zusammenhang. Zusätzlich bestünden rechtliche Hürden aufgrund der laufenden Verwaltungsgerichtsverfahren, die die Abgabe der Tiere betreffen. Die Hundehalter aus Brome hätten gegen die Verfügungen des Landkreises Klage eingereicht und führten derzeit mehrere Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Braunschweig. Der Gang dieser Verfahren sei vor einer Vermittlung der Hunde abzuwarten.
Ein konkreter Zeitpunkt für eine erste Entscheidung des Gerichts könne momentan noch nicht genannt werden, sodass auch unklar bleibe, wann erste Hunde vermittelt werden können. Darüber hinaus werde besonders darauf geachtet, dass jedes Tier vor einer potenziellen Vermittlung vollständig gesund und stabil ist.
Ermittlungen laufen
Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen die Hundehalter würden laut Landkreis andauern. Bereits jetzt sei ein Hundehaltungsverbot gegen die Halter ausgesprochen worden. Die Ermittlungen des Landkreises Gifhorn wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz hingegen seien zwischenzeitlich abgeschlossen worden.
Hohe Kosten für Unterbringung
Angesichts der hohen finanziellen Belastung für die Unterbringung aller im Landkreis Gifhorn beschlagnahmten Tiere im Jahr 2025 sei im Kreistag am 10. Dezember eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 63.000 Euro für das Haushaltsjahr 2025 genehmigt worden. Diese Mittel würden der Deckung der laufenden Kosten für die Unterbringung, Pflege und medizinische Versorgung von beschlagnahmten Tieren dienen. Im vergangenen Jahr hätten insgesamt 732 Tiere aufgrund tierschutzrechtlicher Verstöße fortgenommen werden müssen – diese Anzahl habe bei weitem die prognostizierte Anzahl überstiegen. Die durch den Kreistag genehmigte überplanmäßige Ausgabe stehe daher in keinem direkten Zusammenhang mit dem Tierschutzfall in Brome.
Abschließend bedankt sich der Landkreis für die große Anteilnahme der Bevölkerung an diesem Fall.

