Nach jahrelanger Wartezeit: Dieses Gerichtsgebäude erhält Sicherheitsschleuse

Darum ist die Baumaßnahme überfällig. So wird künftig der Einlass ins Amtsgericht Gifhorn geregelt.

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Während der Umbaumaßnahmen findet der Zutritt ins Amtsgericht Gifhorn über einen Nebeneingang statt.
Während der Umbaumaßnahmen findet der Zutritt ins Amtsgericht Gifhorn über einen Nebeneingang statt. | Foto: Alexander Dontscheff

Gifhorn. Der Eingangsbereich des Amtsgerichts Gifhorn wird sich grundlegend verändern. Kürzlich haben dort die Bauarbeiten begonnen. Ende des Jahres sollen sie abgeschlossen sein. Dann soll das Amtsgericht endlich über eine Sicherheitsschleuse verfügen.



"In unserem Haus wird eine Sicherheitsschleuse eingebaut – die Arbeiten sollen bis Jahresende abgeschlossen sein", bestätigt Dr. Melanie Kieler, Direktorin des Amtsgerichts, auf Nachfrage von regionalHeute.de. Dass es eine solche Schleuse in Gifhorn bislang nicht gab, ist durchaus ungewöhnlich. Sicherheitsschleusen seien bei Amtsgerichten dieser Größe – Gifhorn ist das zweitgrößte im Flächenbezirk des Landgerichts Hildesheim – "längst Standard", betont Kieler.

Baumaßnahme am Amtsgericht Gifhorn überfällig


Für Gifhorn sei zeitgleich mit Wolfsburg bereits vor zehn Jahren vom Justizministerium der Einbau einer Sicherheitsschleuse bewilligt worden. Doch während die Wolfsburger längst über einen solchen Eingangsbereich verfügen, gehen in Gifhorn erst jetzt die Bauarbeiten los.
Bislang "finden Einlasskontrollen mit Metallrahmen und Taschenkontrollen nur sporadisch statt und bei ausdrücklicher Anordnung im Vorfeld von Terminen, bei denen mit Problemen gerechnet werden kann", erklärt die Amtsgerichtsdirektorin und ergänzt: "Nach dem Einbau der Sicherheitsschleuse wird jeder Besucher nebst Tasche kontrolliert werden."


Kieler weiter: "Hier erwarten wir eine abschreckende Wirkung." Schließlich könne niemand mehr damit rechnen, mit einer Waffe in das Gericht zu gelangen. Zuletzt sei den Vollzugsbeamten vor Ort oftmals aufgefallen, "dass einige Besucher spontan vom Besuch des Amtsgerichts abgesehen haben, wenn eine Einlasskontrolle stattfand", berichtet Kieler. Auch der Bauträger, das Staatliche Baumanagement Braunschweig, erklärt, die Maßnahme sei aufgrund einer veränderten Sicherheitslage in Gerichten jetzt notwendig.

Besucher durchsucht, Taschen durchleuchtet


Erfahrungen zeigten, dass bei Einlasskontrollen immer wieder gefährliche Gegenstände wie Messer oder Pfefferspray sichergestellt werden. Künftig sollen solche Gegenstände bereits vor Betreten des Gebäudes erkannt werden. Direkt hinter der Eingangstür werden laut Staatlichem Baumanagement Besucher durchsucht, ihre Taschen werden in der Sicherheitsschleuse durchleuchtet. Die technische Ausstattung entspricht dem heutigen Standard, der durch das Landeskriminalamt Niedersachsen vorgegeben wird.

„Die spezielle Architektur des Gebäudes aus den 1990er-Jahren stellt bei dieser Baumaßnahme eine besondere Herausforderung dar“, sagt Thomas Popp, Leiter des Staatlichen Baumanagements. „Wir haben nun eine Lösung entwickelt, die sowohl zu den baulichen Gegebenheiten passt als auch die heutigen Sicherheitsstandards zuverlässig erfüllt.“

Künftig wird der Einlass ins Amtsgericht also besser abgesichert sein. Nach Abschluss der Arbeiten werde der Zugang durch den bisherigen Haupteingang erfolgen. Es werde zusätzlich ein separater Ausgang im Eingangsbereich geschaffen, sodass wie üblich bei Sicherheitsschleusen ein Rundgang entsteht mit separatem Ein- und Ausgang. Die Sicherheitsschleuse werde neben dem Metallrahmen mit einem Gepäckscanner ausgestattet und entspreche dem gängigen Standard, erklärt Direktorin Kieler.

Während der Baumaßnahme findet der Zu- und Ausgang durch den Personaleingang auf der Rückseite statt – dies ist vor Ort so ausgeschildert. Der Dienstbetrieb beim Amtsgericht wird während der gesamten Baumaßnahme uneingeschränkt aufrechterhalten, erklärt Dr. Kieler.

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