Richtet der Landkreis seine Feuerwehr- und Rettungsleitstelle neu aus?

Derzeit werden Kooperationen mit Braunschweig und Wolfsburg überprüft.

Ein Blick in die Leitstelle in Braunschweig.
Ein Blick in die Leitstelle in Braunschweig. | Foto: Alexander Panknin

Gifhorn. Der Landkreis Gifhorn wird in den kommenden Monaten prüfen, ob die kreiseigene Feuerwehr- und Rettungsleitstelle an eine größere integrierte Regionalleitstelle angebunden werden soll. Denkbar wäre ein möglicher Beitritt zur Regionalleitstelle Braunschweig / Wolfenbüttel / Peine oder Wolfsburg / Helmstedt. Das teilt der Landkreis Gifhorn in einer Pressemitteilung mit.



Verantwortliche der umliegenden Leitstellen hatten dem Landkreis bereits im Jahr 2024 unabhängig voneinander angeboten, ihrer jeweils etablierten und erfolgreich arbeitenden Struktur beizutreten. Eine erste Sondierung der Optionen habe nun vielversprechende Ergebnisse erbracht.

Rund um die Uhr Gewährleistung


Der Landkreis Gifhorn betreibt derzeit eine gemeinsame integrierte Feuerwehr- und Rettungsleitstelle auf Grundlage des Niedersächsischen Brandschutzgesetzes sowie des Niedersächsischen Rettungsdienst- und Katastrophenschutzgesetzes. Die Leitstelle ist unter anderem über die Notrufnummer 112 erreichbar und gewährleistet rund um die Uhr die gezielte Alarmierung, Lenkung und Führung aller im öffentlichen Rettungsdienst sowie im Brandschutz und in der Hilfeleistung eingesetzten Fahrzeuge und Kräfte im gesamten Kreisgebiet.

Seit Anfang 2020 erfolgt dies in einem virtuellen Leitstellenverbund mit den Landkreisen Celle, Uelzen sowie Lüchow-Dannenberg. Dazu Landrat Philipp Raulfs: „Der Schutz der Bürgerinnen und Bürger hat für mich höchste Priorität. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse und globaler Krisen gilt es, die Fähigkeiten der Einsatzkräfte sowie die Krisenstrukturen des Landkreises weiter zu stärken. Die vorliegenden Offerten verdienen daher – unabhängig von der bislang guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit unseren Verbundpartnern – eine eingehende Prüfung. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob sich durch eine enge Kooperation mit Wolfsburg oder Braunschweig unsere Leistungsfähigkeit weiter steigern lässt.“

Arbeitsgruppe aus Experten


Zur fachlichen Bewertung wurde eine Arbeitsgruppe aus Expertinnen und Experten der Kreisverwaltung eingerichtet. Diese arbeitet im engen Dialog mit den Bedarfsträgerinnen und -trägern, darunter die Kreisfeuerwehr sowie die Rettungsdienste. Der Landkreis greift damit einen landesweiten Trend auf: Immer mehr Träger von Feuerwehr- und Rettungsdienstleistungen führen Gespräche mit benachbarten Kommunen, um Ressourcen zu bündeln und größere, gemeinsam genutzte Leitstelleneinheiten zu schaffen.

Für den Prüfprozess wurden verbindliche strategische Leitplanken festgelegt: Regionale Anforderungen des Landkreises Gifhorn bleiben gewahrt; das eigene Personal wechselt im Falle einer Entscheidung in die jeweilige integrierte Regionalleitstelle. Die betroffenen Mitarbeiter behalten ihre bisherigen arbeitsrechtlichen Konditionen (Anstellung und Vergütung). Ziel sei ein Mehr an Service und Leistungen bei gleichzeitig höherer Betriebs- und Kostensicherheit. Die Kooperationspartner agieren bei gemeinsamer Nutzung einer Leitstelle auf Augenhöhe.

Auf ein neues Niveau heben


„Unser Leitstellenteam hat seine Leistungsfähigkeit in der Vergangenheit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Dafür gilt allen Mitarbeitenden mein ausdrücklicher Dank“, so Raulfs weiter. „Im Rahmen unserer Schwerpunktsetzung zur Stärkung des Zivil- und Katastrophenschutzes haben wir nun die Chance, die Strukturen unserer Leitstelle auf ein neues Niveau zu heben und nachhaltig zukunftssicher aufzustellen.“

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