Taxifahren in Gifhorn wird teurer

Ab dem Frühjahr müssen sich Fahrgäste im Landkreis Gifhorn auf deutlich höhere Preise einstellen.

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Symbolfoto | Foto: via dts Nachrichtenagentur

Gifhorn. Ab dem Frühjahr müssen sich Fahrgäste im Landkreis Gifhorn auf deutlich höhere Preise einstellen. Der Kreistag hat in seiner Sitzung am vergangenen Mittwoch eine Anhebung der Tarife um durchschnittlich 25 Prozent beschlossen.



Hintergrund dieser Entscheidung ist ein Antrag der Fachvereinigung Taxi und Mietwagen im Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN), der bereits im Juli 2025 eingereicht wurde. Die Branche verwies eindringlich auf die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere auf die zum 1. Januar 2026 wirksame Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13,90 Euro pro Stunde. Da die Lohnkosten im Taxigewerbe zwischen 60 und 65 Prozent der Gesamtkosten ausmachen, sahen sich die Betriebe ohne eine Anpassung der behördlich festgesetzten Preise nicht mehr in der Lage, wirtschaftlich zu arbeiten. Zusätzlich belasten die verpflichtende Einführung manipulationssicherer technischer Sicherheitseinrichtungen (TSE) bis Ende 2025 sowie gestiegene Werkstatt-, Versicherungs- und CO2-Kosten die Unternehmen massiv.

Tarife steigen um durchschnittlich 25 Prozent


Konkret bedeutet der Beschluss, dass der Grundpreis pro Fahrt von bisher 4,90 Euro auf künftig 6 Euro angehoben wird. Gleichzeitig verkürzt sich die darin enthaltene Anfangsstrecke von rund 34 auf etwa 24 Meter. Für die weitere Wegstrecke zahlen Fahrgäste bis zu einer Distanz von vier Kilometern künftig 3,70 Euro pro Kilometer, was eine deutliche Steigerung zum bisherigen Satz von 2,90 Euro darstellt. Ab dem fünften Kilometer greift ein Tarif von 3,12 Euro pro Kilometer statt der bisherigen 2,50 Euro. Auch die Kosten für Wartezeiten steigen durch eine Taktverkürzung auf rechnerisch 48,00 Euro pro Stunde an. Eine kleine Entlastung gibt es lediglich beim Nacht- und Feiertagszuschlag, der von 2,00 Euro auf 1,00 Euro gesenkt wird.

Einheitliche Termine bei Preisanpassungen


Die Verwaltung betonte in ihrer Vorlage, dass die regelmäßige Anpassung auch entscheidend sei, um die langfristige Sicherung von Krankentransporten zu gewährleisten, deren Vergütung direkt an die kommunalen Taxitarife gekoppelt ist. Flankiert wurde der Beschluss durch einen Änderungsantrag der SPD-Fraktion, der die Kreisverwaltung dazu verpflichtet, sich auf Landesebene für künftig einheitliche Termine bei Preisanpassungen im Taxengewerbe einzusetzen. Damit soll die Vergleichbarkeit der Tarife in ganz Niedersachsen verbessert werden, die derzeit durch regional unterschiedliche Anpassungsrunden kaum gegeben ist.

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