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Gifhorner Politiker rettet Rehkitze in Gravenhorst



Gifhorn

Gifhorner Politiker rettet Rehkitze in Gravenhorst

Bevor das Feld gemäht werden kann, werden Tiere aufgespürt und gerettet. Rehkitze haben keinen Fluchtreflex und würden sonst sprichwörtlich "unter die Räder" der Mähmaschinen kommen.

Tobias Heilmann trägt Handschuhe, damit das Kitz hinterher nicht nach Mensch riecht.
Tobias Heilmann trägt Handschuhe, damit das Kitz hinterher nicht nach Mensch riecht. Foto: Privat

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Gifhorn. Bevor die Landwirte Diana und Henning Müller aus Gravenhorst mit dem Mähen ihrer Wiesen beginnen können, durfte der jagdpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Tobias Heilmann mit dabei sein, als die „Rehkitzrettung“ die Wiesen mit Drohne und Wärmebildkamera abgeflogen ist. Die Landwirte hätten sich einer Pressemitteilung des Gifhorner Landtagsabgeordneten begeistert gezeigt: "Wir finden es klasse, dass sich Herr Heilmann dafür interessiert und sich ein Bild vor Ort macht, um dieses wichtige Thema nach Hannover zu tragen."



Vorwiegend in den frühen Morgenstunden ist die Temperaturdifferenz zwischen dem Körper des Rehkitzes und der Umgebung besonders hoch, sodass frühes Aufstehen notwendig ist. Die Drohne überfliegt das Feld in etwa 30 Metern Höhe und mithilfe der angebrachten Wärmebildkamera kann durch die Temperaturdifferenz die Liegestelle des Rehkitzes ermitteln werden. "Bei Gefahr laufen die Kitze nicht weg, sie drücken sich fest auf den Boden und ducken sich", erklären die Landwirte Müller und unterstreichen: "Eine gute Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Jägern und Ehrenamtlichen ist deshalb besonders wichtig, um die Kitze zu retten."

Die Rehkitzrettung zeigt die umfangreichen Anforderungen an die Landwirte. Denn neben der Feldbestellung ist auch Tierschutz eine Aufgabe der Landwirtschaft. Der SPD-Politiker aus Ummern hebt den Tierschutz hervor: „Weil Tierschutz eine Herzensangelegenheit ist, bin ich gemeinsam mit den Rettern und Landwirten besonders früh raus. Ab kurz vor 6 Uhr in der Früh durfte ich mir das Überfliegen der Felder zur Rehkitzrettung ansehen und anschließend selbst mit Hand anlegen, um die Jungtiere zu retten“, erklärt Heilmann, der für die SPD im Ausschuss für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Niedersachsen sitzt.

Jägerschaft kann Förderung für Drohnen beantragen


Die Finanzierung erfolgt derweil noch aus privater Hand. Im März hatte der Bundeshaushalt die finanzielle Förderung von bis zu 60 Prozent der Anschaffungskosten für Drohnen beschlossen, damit Wildtiere, insbesondere während der Brut- und Setzzeit, vor dem sicheren Tod durch landwirtschaftliche Maschinen bewahrt werden. Mit dem Bundesprogramm wird ein großer Teil der Kosten für Drohne, Wärmebildkamera und Ersatzakkus übernommen, beantragen kann dies die jeweilige Jägerschaft vor Ort.

Neue Impulse für den Landtag


Für Heilmann war wichtig, sich vor Ort anzusehen, wie die Rettung funktioniert, um als jagdpolitischer Sprecher wichtige Impulse mit nach Hannover zu nehmen. „Die Zusammenarbeit und das Engagement der Jäger, Landwirte und vielen ehrenamtliche Helfer im ganzen Land Niedersachsen und hier im Kreis Gifhorn beeindrucken mich“, erklärt Heilmann. Denn es bedarf oftmals sehr kurzfristiger Absprachen zwischen allen Beteiligten, erfuhr Heilmann. Da es sich bei einer Rehkitzrettung rechtlich um eine Jagdausübung in Form des Aufsuchens und Fangens von Wild handelt, ist vor der Rehkitzrettung grundsätzlich die Erlaubnis des Revierinhabers einzuholen. Ferner bedarf es bei der Jagdausübung eines Jagdscheins – wobei es bei der Rehkitzrettung genügt, wenn der Verantwortliche einen Jagdschein besitzt und andere Personen lediglich Hilfe leisten.


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