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Goslar: Feuer im ehemaligen real - Giftiger Rauch zog durch das ganze Gebäude



Feuer im ehemaligen real - Giftiger Rauch zog durch das ganze Gebäude

117 Feuerwehrleute mit 30 Fahrzeugen waren im Einsatz. Der Schaden wird auf 300.000 Euro geschätzt.

von Alexander Dontscheff


Der Rauch quoll aus dem Gebäude.
Der Rauch quoll aus dem Gebäude. Foto: Feuerwehr Goslar

Goslar. In der Nacht von Freitag auf Samstag, gegen 3 Uhr, wurde der Einsatzleitstelle der Feuerwehr eine Rauchentwicklung beim ehemaligen -real Einkaufsmarkt im Gewerbegebiet Gutenbergstraße gemeldet. Das berichtet die Polizei in einer Pressemeldung. Wie die Feuerwehr Goslar auf Anfrage mitteilt, habe es im Bereich der ehemaligen Tiefkühlräume gebrannt. Durch die brennenden Dämmstoffe hätte sich ein gesundheitsgefährdender Rauch gebildet, der durch das ganze Gebäude gezogen sei. Mittlerweile gibt es Neuigkeiten vonseiten der Polizei. Dazu mehr weiter unten im Artikel.



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Aufgrund der Rauchentwicklung, vor allem im Objekt, dauerten die Maßnahmen der Feuerwehr und der Polizei bis in den Samstagvormittag an. Auch am heutigen Montag konnte noch nichts Abschließendes zur Ursache gesagt werden. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, so die Polizei. Während der Maßnahmen wurden die Zufahrtsstraßen gesperrt. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Polizei unter der Rufnummer 05321-3390 in Verbindung zu setzen.



Kontaminierter Sondermüll


Laut Volker Junge, Pressesprecher der Feuerwehr Goslar, waren 117 Einsatzkräfte der Feuerwehr mit 30 Fahrzeugen vor Ort. Der Einsatz habe fünf Stunden gedauert, und danach seien noch aufwändige Reinigungsmaßnahmen vonnöten gewesen. Obwohl das Gebäude demnächst abgerissen werde, gehe man von einem Sachschaden von 300.000 Euro aus, da dies nun alles kontaminierter Sondermüll sei.


Großeinsatz für die Feuerwehr.
Großeinsatz für die Feuerwehr. Foto: Feuerwehr Goslar


Laut einer Pressemitteilung der Feuerwehr Goslar hatte eine Passantin die Rauchentwicklung bemerkt und die Feuerwehr über Notruf verständigt. Bei Eintreffen von Goslars Ortsbrandmeister Udo Löprich bestätigte sich die Meldung. Tiefschwarzer Rauch drang aus dem Gebäude. Mehrere Einsatzkräfte drangen unter Atemschutz in den Brandbereich vor. Die Sicht war für die Einsatzkräfte bei "Null". Nach zwei Stunden konnte das Feuer unter Kontrolle gemeldet werden. Die Nachlöscharbeiten zogen sich über Stunden.


Mehrere Wehren nachalarmiert


Im alten real-Gebäude hat es gebrannt.
Im alten real-Gebäude hat es gebrannt. Foto: Thomas Stödter


Aus der Liebigstraße und der Gutenbergstraße bauten die Einsatzkräfte eine Wasserversorgung auf. Um zusätzliche Atemschutzgeräteträger an die Einsatzstelle zu bekommen, wurden die Feuerwehren Immenrode, Langelsheim, Oker und Wiedelah angefordert. Die Feuerwehr Hahndorf eilte ebenfalls an die Einsatzstelle, um eine Atemschutzsammelstelle aufzubauen und zu betreiben. Die Feuerwehr Bad Harzburg besetzte den Einsatzleitwagen 2 der Kreisfeuerwehr.

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Auch die umfangreichen Belüftungsarbeiten zogen sich über Stunden. Hierfür waren mehrere Belüftungsgeräte im Einsatz. Nachdem die letzten Glutnester auch in einer Zwischendecke entdeckt und abgelöscht waren, konnte Goslars Stadtbrandmeister und Einsatzleiter Christian Hellmeier langsam erste Einsatzkräfte entlassen. Zum Einsatzende um kurz nach 8 Uhr hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll mit der Dekontamination und Rückbau der Gerätschaften zu tun. Die Rauchbeaufschlagung erforderte eine intensive Reinigung von Einsatzkräften, persönlicher Schutzausrüstung und der Gerätschaften.

Aktualisierung, 30. Mai, 13:50 Uhr: Eine erste Inaugenscheinnahme durch die Ermittler des 1. Fachkommissariats des Zentralen Kriminaldienstes aus Goslar ergab am Montagvormittag, dass der Brand mit hoher Wahrscheinlichkeit in dem Kühlraum der ehemaligen Schlachterei des leerstehenden Einkaufmarktes ausgebrochen sein dürfte. Zur Ermittlung der Brandursache wird in Absprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft in Braunschweig am Mittwoch ein Sachverständiger hinzugezogen.

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Die Kripo Goslar wendet sich jedoch bereits jetzt mit einem Zeugenaufruf an die Öffentlichkeit, und sucht Personen, die, nach dem bereits der Bauzaun um das Grundstück herum aufgestellt worden war, Personen oder Fahrzeuge auf dem Gelände beobachtet haben, die dem äußeren Anschein nach Handwerker hätten sein können. Mitarbeiter des neuen Eigentümers, beziehungsweise der für den Zaunaufbau zuständigen Firma waren in diesen Tagen nicht vor Ort. Hinweise werden unter der 05321-3390 entgegengenommen.


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