Motorradfahrer im Fokus: Fast 180 waren zu schnell


Der unrühmliche Wert in höhe von 137 km/h des Rasers aus Einbeck auf der B 498 bei Dammhaus. Foto: Polizei
Der unrühmliche Wert in höhe von 137 km/h des Rasers aus Einbeck auf der B 498 bei Dammhaus. Foto: Polizei Foto: Polizei

Goslar. Die Gefahren beim Motorradfahren im Harz standen im Mittelpunkt des "Tages der Verkehrssicherheit" am gestrigen Samstag. Ein Kontrolleinsatz wurde von der Polizeiinspektion Goslar, Mitarbeitern des Landkreises Goslar, des TüV-Nord sowie einem Motorradfahrer der Johanniter Unfallhilfe durchgeführt. Das teilt die Polizei Goslar mit.


Der schnelle Blick auf das Navigationsgerät, noch etwas mehr in die Kurve legen, weil die Dash-Cam am Helm befestigt und auf Daueraufnahme gestellt ist oder etwas Musik über einen Ohrhörer unter dem Helm genossen, all dies kann für einen Sekundenbruchteil die lebenswichtige Konzentration beim Motorradfahren unterbrechen und zu fatalen Folgen führen.

Wo beim Pkw noch eine Knautschzone und andere Einrichtungen der passiven Sicherheit vorhanden sind, ist bei einem Motorrad fast unmittelbar der Kontakt zwischen Hindernis und menschlichem Körper. Und je nach Geschwindigkeit, Auftreffwinkel und Art des Gegenstandes, auf den der Aufprall erfolgt, steigt das Ausmaß einer möglichen Verletzung. Auf diese Probleme und andere Gefahren beim Motorradfahren im Harz hinweisend und natürlich auch aufgrund der Vielzahl an jährlich im Landkreis Goslar verunglückenden Motorradfahrer, wurde der Kontrolleinsatz zum "Tag der Verkehrssicherheit" durchgeführt. Die sich auf unfallträchtigen Streckenabschnitten befindlichen Kontrollorte waren einmal mehr auf der B 4 im Bereich Hohegeiß, am Kesselberg, auf der B 498 in Höhe Dammhaus, auf der B 241 zwischen Clausthal-Zellerfeld und Kreuzeck und auf der B 242 zwischen Clausthal-Zellerfeld und Dammhaus.

Mit 137 km/h in der 60-Zone


Fast 180 Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden durch zwei aufgestellte Geschwindigkeitsmesswagen und ein Lasermessteam festgestellt. Mit Ausnahme von sechs PKW handelte es sich ausschließlich um gemessene Motorräder. Elf Mal war die Geschwindigkeit so hoch, dass ein Fahrverbot von mindestens einem Monat als Folge der Verfehlung verhängt werden wird. Die höchste Überschreitung lag bei 77 Km/h. Ein Motorradfahrer aus Einbeck war auf der B 498 in dem auf 60 km/h beschränkten Streckenabschnitt mit 137 km/h unterwegs.

Gerade auf dieser Strecke hat die zuständige Verkehrsbehörde in den letzten Jahrzehnten eine Vielzahl an Maßnahmen ergriffen, um die hohe Anzahl der Verkehrsunfälle mit Motorradbeteiligung und insbesondere die Folgen aus den Motorradunfällen erfolgreich zu reduzieren. Hier wurde neben einer Begrenzung der Geschwindigkeit auch an einigen Stellen gezielt eine durchgezogene Linie aufgebracht und an den gefährlichsten Kurven ein Unterfahrschutz montiert. Um auf den rasenden Motorradfahrer aus Einbeck zurück zu kommen: Auf diesen wird ein Bußgeld von mindestens 600 Euro zu kommen - bei angenommenen Vorsatz des schnellen Fahrens, der bei einer derartigen Überschreitung der Geschwindigkeit außerhalb geschlossener Ortschaften auf Landstraßen anzunehmen ist, wird diese sogar verdoppelt. Weiterhin wird ein dreimonatiges Fahrverbot ausgesprochen und es werden zwei Punkte in Flensburg auf das Konto des Verkehrssünders eingetragen.

Zahlreiche technische Mängel


Weiterhin wurden bei den technischen Überprüfungen von über 200 Motorrädern über 60 Verstöße wegen Bauartveränderungen festgestellt. Hier waren Kennzeichenwinkel verändert, Abgasanlagen manipuliert und Fahrzeugteile an- oder abgebaut worden. Beisechs Reifen von Motorrädern war die Profiltiefe nicht ausreichend und es wurden noch 42 sonstige Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung festgestellt. Für die festgestellten und an Ort und Stelle nicht behebbaren Mängel, wurden Mängelmeldungen ausgestellt. Durch diese Bescheinigungen wird Sichergestellt, dass die festgestellten Unzulänglichkeiten innerhalb einer festgelegten Frist behoben werden.


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