Stiftsgarten und Co. - So soll das KaiserPfalzQuartier aussehen

Die Stadt präsentiert Details zur Freiraumgestaltung des neuen Quartiers - sie soll eine hohe Aufenthaltsqualität bieten.

Das Areal am KaiserPfalzQuartier soll mit seinen Grünflächen eine hohe Aufenthaltsqualität bieten.
Das Areal am KaiserPfalzQuartier soll mit seinen Grünflächen eine hohe Aufenthaltsqualität bieten. | Foto: Plan: nsp christoph schonhoff, Landschaftsarchitekten); über Stadt Goslar

Goslar. In knapp einem Monat, am 7. April, findet der große Bürgerentscheid in Goslar statt. Dann soll geklärt werden, ob die Pläne der Verwaltung zur Umgestaltung des KaiserPfalzQuartiers tatsächlich umgesetzt werden. Die Verwaltung ist deswegen aktuell bemüht, die Pläne möglichst anschaulich zu präsentieren. Nun wude gezeigt, wie der Freiraum des Quartiers gestaltet werden soll. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Stadt hervor.


Nachdem mit dem Siegerentwurf für den Hochbau am KaiserPfalzQuartier von dem internationalen Architekturbüro Nieto Sobejano ein modernes Erscheinungsbild vorgegeben war, galt es auch einen dazu passenden Siegerentwurf für den Stiftsgarten zu küren. Das Preisgericht traf die Entscheidung 2019 im Freiraumwettbewerb einstimmig: nsp christoph schonhoff, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner aus Hannover, bekamen den Zuschlag für ihren Entwurf (siehe Bild).

Entwurf überzeugt


Die Jury konnte durch den Entwurf überzeugt werden. Er sei dem historischen Ort angemessen und schaffe einen neuen Raum mit hoher Aufenthaltsqualität für die Goslarer Bürger am Fuße der historischen Kaiserpfalz, deren Hauptrolle mit der Planung unterstrichen und die Erinnerung an das Vergangene "wunderschön inszeniert" werde, lauteten damalige Statements.

Im Mittelpunkt des Siegerentwurfes steht ein Kreis als „Sichtfenster in die vergangene Zeit“. Er wird eingefasst von einem 50 Zentimeter breiten Ring aus geschliffenem Beton sowie je nach topografischer Lage von ein bis zwei Stufen. Darin sollen Informationen über die Geschichte des Stiftsareals eingelassen und Lichtquellen integriert werden.

Beton in einem warmen Grau zeichne außerdem bruchstückhaft den Grundriss der Stiftskirche und des Kreuzgangs nach. Gleichzeitig sicherte er die historischen Fundamente im Untergrund. Die Zwischenräume sollen von Rasen bedeckt sein.

Das Areal mit Sitzstufen könnten für Veranstaltungen genutzt werden. Weiterhin würden die Sitzstufen die Trennung zwischen Kaiserpfalz und Stiftsareal aufheben und beide Bereiche verbinden. Nach Osten sollen neue Bäume als Begrenzung gesetzt, Rosen und Stauden gepflanzt, und zusätzliche hölzerne Bänke aufgestellt werden und so zum Verweilen einladen.

Die Wegebeziehungen zum KaiserPfalzQuartier mit Hotel und Veranstaltungshalle, zum Rammelsberg, in die Wallanlagen und in die Innenstadt sollen so ebenfalls Berücksichtigung finden. Auch die Barrierefreiheit wurde bedacht: Im Norden soll neben den bestehenden Treppen eine neue barrierefreie Rampe entstehen.

Herausfordernde Planung


In den frühen 1970er Jahren wurde der heutige Kaiserpfalzparkplatz an der Stelle angelegt, wo vor dem Jahr 1050 die Stiftskirche St. Simon und Judas, auch als Goslarer Dom bezeichnet, entstand. Wegen Baufälligkeit wurde sie 1820 „auf Abbruch“ verkauft; erhalten blieb nur die nördliche Domvorhalle. Eine besondere Aufgabe für die Landschaftsarchitekten bestand darin, die geschichtliche Bedeutung des Platzes zu würdigen und herauszustellen, erklärt die Verwaltung.

Auch die herausragende stadt- und kulturgeschichtliche Bedeutung der Kaiserpfalz und der Altstadt Goslar als UNESCO Weltkulturerbe galt es zu berücksichtigen. Laut Aufgabenstellung war die Beziehung zwischen Kaiserpfalz und Stiftsareal herauszuarbeiten, die heute vorherrschende räumliche Trennung aufzuheben und der Grundriss der Stiftskirche und dessen Kreuzganges zu thematisieren.

Tiefbauarbeiten und Baumpflanzungen seien dabei nur begrenzt möglich, denn im Untergrund befänden sich noch die Grundmauern der Stiftskirche.


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