Wer fährt, wenn Alkohol im Spiel ist? Verkehrsgerichtstag bietet Lösung an

Verkehrsgerichtstag – ist das auch etwas für junge Menschen? Die in Fachkreisen bekannte Veranstaltung in Goslar richtet sich jetzt auch direkt an Schüler.

Ansgar Staudinger (v. re.), Helmut Trentmann, Urte Schwerdtner und Silke Köstler-Holste mit den Schülern des RG nach der Diskussionsrunde.
Ansgar Staudinger (v. re.), Helmut Trentmann, Urte Schwerdtner und Silke Köstler-Holste mit den Schülern des RG nach der Diskussionsrunde. | Foto: Stadt Goslar

Goslar. Der Deutsche Verkehrsgerichtstag (VGT) und die Stadt Goslar sind seit nunmehr 64 Jahren eng miteinander verbunden. Doch so bekannt der VGT in Fachkreisen ist – was verbinden junge Menschen eigentlich mit dieser Veranstaltung?



„Eine der ersten Veranstaltungen der jährlich stattfindenden Verkehrsgerichtstage richtet sich daher gezielt an die junge Generation“, erläutert VGT-Präsident Prof. Dr. Ansgar Staudinger. Ziel sei es, laut einer Pressemitteilung der Stadt, Goslarer Jugendliche über das traditionsreiche Ereignis zu informieren und ihnen dessen Inhalte näherzubringen.

Schüler mit Interesse am Verkehrsrecht


In der Aula des Ratsgymnasiums begrüßten neben Schulleiterin Dr. Silke Köstler-Holste und Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner die Schüler der Jahrgänge 12 und 13.

Mit zahlreichen Anekdoten berichtete VGT-Präsident Staudinger den Schülern über die Arbeit und das Umfeld des Verkehrsgerichtstages. „Derzeit besuchen rund 1.800 Tagungsteilnehmende Ihre schöne Heimatstadt und erarbeiten in acht Arbeitskreisen Empfehlungen für Berlin – als Denkanstöße für die Gesetzgebung“, so der Präsident.

Diskutiert werden dabei Themen aus Bereichen des Verkehrsrechts: von der „Vollstreckung von Sanktionen aus Verkehrsverstößen in der EU“ über „Alkoholisiert auf Fahrrädern und Pedelecs“ und das „Unfallrisiko durch Ablenkung am Steuer durch Handy & Co.“ bis hin zu Fragen wie „Überhöhte Anforderungen bei der Führerscheinprüfung?“ oder „Wie viele und welche Drohnen verträgt der Luftraum?“. Die erarbeiteten Empfehlungen richten sich an den Gesetzgeber sowie an die verkehrsrechtliche Praxis und haben in der Vergangenheit regelmäßig große Bedeutung im Gesetzgebungsverfahren erlangt.

Besonders großes Interesse zeigten die jungen Erwachsenen am Thema „Führerscheinprüfung“. Fragen wie: Warum ist der Führerschein so teuer? Weshalb fallen so viele Prüflinge durch? Wie sieht der europäische Vergleich aus? Ist der deutsche Ausbildungsstandard zu hoch? Würde ein niedrigeres Kostenniveau die Verkehrssicherheit beeinträchtigen? Können Simulatoren Fahrstunden ersetzen? Und trägt möglicherweise auch ein Fachkräftemangel in Fahrschulen zu den steigenden Preisen bei? – all dies seien Fragen, die im entsprechenden Arbeitskreis intensiv diskutiert würden, erklärte Staudinger.

Ein Münzwurf soll entscheiden, wer fährt, wenn Alkohol im Spiel ist.
Ein Münzwurf soll entscheiden, wer fährt, wenn Alkohol im Spiel ist. Foto: Stadt Goslar



Zum Motto „Rauschfrei Fahren“ referierte zudem Helmut Trentmann, Leitender Oberstaatsanwalt a. D. und Präsident des Bundes gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS). Erst kürzlich hatte er Staudinger für dessen große Verdienste um die Verkehrssicherheit mit der Goldenen Medaille ausgezeichnet. Für die Schüler des Ratsgymnasiums brachte Trentmann zahlreiche kleine Münzen sowie einen praktischen Tipp mit: „Sprechen Sie sich im Freundeskreis ab, wer fährt, wenn Alkohol im Spiel ist. Nutzen Sie dafür die Münze, die auf der einen Seite mit „Du fährst“ und auf der anderen mit „Ich fahre“ beschriftet ist.“