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Durchsuchung im Seniorenheim: Ermittlungen wegen Misshandlung und Körperverletzung

Außerdem soll es in dem Heim zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein. Der Landkreis Goslar hat für das Heim einen Sonderstab und für Bewohner und Angehörige ein Infotelefon eingerichtet.

von Alexander Dontscheff


In diesem Seniorenheim im Langelsheimer Ortsteil Wolfshagen fand die Durchsuchung statt. Foto: aktuell24/BM

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10.08.2020

Langelsheim. Die Polizeiinspektion Goslar führt im Rahmen eines bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig anhängigen Ermittlungsverfahrens seit den frühen Morgenstunden mit Unterstützungskräften der Bereitschaftspolizei Braunschweig Durchsuchungsmaßnahmen in mehreren Objekten im Großraum Langelsheim durch. Das teilt die Polizei in einer Pressemitteilung mit.



Wie nun der Landkreis Goslar in einer Pressemitteilung berichtet, wurde auch ein Senioren- und Pflegeheim im Raum Langelsheim durchsucht. Polizei und Staatsanwaltschaft hätten die gezielten Ermittlungen Anfang dieses Jahres aufgenommen, nachdem die zuständige Heimaufsicht des Landkreises Goslar Unregelmäßigkeiten in dem Betrieb festgestellt und diese zur Anzeige gebracht hatten.

Betrug, Misshandlung, Körperverletzung


Wie die Staatsanwaltschaft Braunschweig auf Anfrage bestätigt, wird gegen einen 55-jährigen Betreiber eines Senioren- und Pflegeheims in Langelsheim, dessen 54-jährige Ehefrau und die 46-jährige Leiterin der Einrichtung unter anderem wegen des Tatverdachts des Betruges in einem besonders schweren Fall, der Misshandlung von Schutzbefohlenen sowie der schweren und gefährlichen Körperverletzung ermittelt. "In diesem Ermittlungsverfahren wurden am heutigen Tage das Senioren- und Pflegeheim sowie die Privaträume der Beschuldigten auf Grundlage der entsprechenden Beschlüsse des Amtsgericht Braunschweig durchsucht", berichtet Pressesprecher Sascha Rüegg.

Ferner habe das Amtsgericht Braunschweig auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen die drei Beschuldigten wegen des Haftgrundes der Verdunkelungsgefahr Untersuchungshaft angeordnet. Die Haftbefehle seien ebenfalls am heutigen Tage vollstreckt worden. Weitere Auskünfte könnten mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen zum derzeitigen Zeitpunkt nicht erteilt werden.

29-köpfiger Sonderstab hält den Betrieb aufrecht


Nach der Durchsuchung des Heims hat der Landkreis Goslar einen 29-köpfigen Sonderstab eingesetzt, um einen reibungslosen Weiterbetrieb des Heimes zu gewährleisten. Erste Kreisrätin Regine Breyther betont, dass das Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner erste Priorität hat: „Wir werden alles dafür tun, um den Betrieb des Heimes sicherzustellen und dafür Sorge zu tragen, dass es den Bewohnerinnen und Bewohnern an nichts mangelt. Schließlich geht es für die dort lebenden Menschen um ihr Zuhause.“


Die polizeilichen Maßnahmen waren auch am Montagmittag noch nicht beendet. Foto: aktuell24/BM


Der Landkreis hat ein Infotelefon eingerichtet, das ab 8 Uhr unter der Rufnummer 05321 76-711 erreichbar ist. Dort können sich Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Betreuungspersonen über die aktuelle Entwicklung informieren, sich beraten lassen oder auch einen Termin für ein persönliches Gespräch vereinbaren. Auch in den kommenden Wochen wird der Landkreis Goslar als Ansprechpartner und mit Hilfestellung zur Verfügung stehen, unterstreicht Erste Kreisrätin Breyther: „Selbstverständlich gibt es jetzt viele Fragen und Unsicherheiten bei den betroffenen Menschen. Wir werden die hilfebedürftigen Menschen und ihre Angehörigen nicht allein lassen und sie auch in den kommenden Wochen unterstützen und begleiten. Das gilt im Übrigen auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Heimes in dieser ungewohnten neuen Situation.“


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