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Großkontrolle der Polizei: Sieben Fahrer mit Drogen am Steuer

von Anke Donner



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24.09.2014


Wolfenbüttel. Im Rahmen einer Fortbildung der Polizeiinspektion Salzgitter kontrollierten rund 40 Beamte der Polizeidirektion Braunschweig die Autofahrer auf Drogenkonsum. Allein an den Kontrollstellen in Wolfenbüttel (Neuer Weg und L 495 bei Halchter) wurden sieben Fahrzeugführer wegen Betäubungsmittel am Steuer belangt.


POK Martin Hartmann mit dem Corpus Delicti. Hier wollte ein getesteter Fahrer mit falschem Urin betrügen. Foto: Anke Donner)



In gut zwei Stunden haben die Sonderbeamten der Polizei rund 130 Fahrzeugführer überprüft. Die Bilanz: Sieben Fahrer wurden positiv auf Rauschmittel getestet (Kokain und Cannabis), zwei Fahrer verstießen gegen das Waffengesetz, indem sie Einhandmesser mit sich führten und ein Fahrer wurde wegen Verstoßes gegen das Kraftfahrzeugsteuergesetz belangt. Zwei Fahrzeugführer waren ohne Fahrerlaubnis unterwegs.

"Wir haben innerhalb von gut zwei Stunden sieben Fahrer positiv auf Drogen getestet. Einer hat sogar versucht, uns zu betrügen, indem er künstliches Urin abgegeben hat. Unsere Beamten sind aber in dieser Hinsicht sehr gut geschult und haben den Schwindel entdeckt. Aufgefallen ist es, weil es den Beamten komisch vorkam, dass die Flüssigkeit und der Becher kalt war. Außerdem fließen in solchen Aktionen die Erfahrungswerte der Polizisten ein", erklärt Polizeioberkommissar und Leiter der Kontrollstelle, Martin Hartmann.

An diesem Nachmittag wurde nicht nur auf Drogenkonsum am Steuer getestet. "Wir haben eine ganzheitliche Kontrolle durchgeführt. Das heißt, wir achten auch auf die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge, das Mitführen von Waffen und Fahren ohne Fahrerlaubnis", erklärt Hartmann weiter.


Drogenspürhund Cobra und sein Hundeführer durchsuchen ein Auto nach Rauschgift. Foto:


Rauschgift-Spürhund "Cobra" im Einsatz


Der Spürhund der Polizeidirektion Braunschweig "Cobra" kam während der Kontrolle ebenfalls zum Einsatz. Immer dann, wenn ein Urintest positiv ausgefallen ist, durchsuchte "Cobra" das Fahrzeug, während der Fahrer zur Blutabnahme musste. "Sobald der Hund Drogen im Auto aufspürt, schlägt er an", erklärt Hartmann. Gefunden wurde jedoch in keinem Fahrzeug etwas.

Die Blutabnahme vor Ort ist zwingend notwendig, da nur der reine Urintest keine Gültigkeit vor Gericht hat. Das Blut wird übringes auch dahingehend untersucht, ob es sich um einen Dauer-Konsumenten handelt. Sollte sich das bestätigen, kann hier die Fahrerlaubnis dauerhaft entzogen werden. Die Blutabnahme wird fachmännisch von einem Arzt durchgeführt. Am Kontrollpunkt an der L495 war dies der Allgemeinmediziner Dr. M. Taissir Darwisch aus Salzgitter.

Für den Drogenverstoß muss sich nun jeder Fahrer verantworten. "Es wird ein Verkehrsordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Dem Fahrer drohen nun ein Bußgeld von über 500 Euro und ein vierwöchiges Fahrverbot. Beim Nachweis von beispielsweise Heroin, wird der Führerschein dauerhaft eingezogen" erklärt Martin Hartmann abschließend.


Dr. M. Taissir Darwisch nimmt das Blut bei einem positiv getesteten Fahrer ab. Foto: Anke Donner)


20 Verstöße in drei Tagen


Die Drogenkontrolle läuft bereits seit Montag in der Region. So wurden innerhalb von drei Tagen 20 Verstöße aufgedeckt. In Salzgitter waren es am Montag acht, Dienstag in Peine fünf und heute in Wolfenbüttel sieben.

Alle Fahrer, die sich unter dem Einfluss von Rauschmitteln hinter das Steuer gesetzt haben, müssen nun mit empfindlichen Strafen rechnen. Wobei nicht eimal der Konsum von beispielsweise Cannabis strafbar ist. Der Besitz und Handel aber sehr wohl.


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