Grüne fordern in Witzenhausen Schluss mit Prozessabwässern ab 2028

Mit einem Banner an der Werrabrücke in Witzenhausen haben Bündnis 90/Die Grünen aus Thüringen, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen am Sonntag gegen eine Verlängerung der Einleitung von Prozessabwässern aus der Kaliproduktion in die Werra protestiert.

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Grüne fordern in Witzenhausen Schluss mit Prozessabwässern ab 2028 (Archiv)
Grüne fordern in Witzenhausen Schluss mit Prozessabwässern ab 2028 (Archiv) | Foto: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen via dts Nachrichtenagentur

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Witzenhausen. Mit einem Banner an der Werrabrücke in Witzenhausen haben Bündnis 90/Die Grünen aus Thüringen, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen am Sonntag gegen eine Verlängerung der Einleitung von Prozessabwässern aus der Kaliproduktion in die Werra protestiert. Das teilte Bündnis 90/Die Grünen Thüringen mit.


Nach den derzeitigen Vereinbarungen soll die Einleitung Ende 2027 enden; der Kalihersteller K+S strebt nach Angaben der Partei jedoch eine Erlaubnis bis 2039 an und will die geltenden Grenzwerte beibehalten, statt sie abzusenken. Die aktuelle wasserrechtliche Einleiterlaubnis für K+S läuft Ende 2027 aus. Im Maßnahmenprogramm der sieben Länder der Flussgebietsgemeinschaft Weser ist vorgesehen, dass nach Ende 2027 keine Prozessabwässer aus der Kaliproduktion mehr in die Werra gelangen.

Für weiter anfallende Haldenabwässer soll es eine schrittweise Reduzierung geben. Die Grünen fordern, die vereinbarte Entlastung nicht aufzuschieben.

Der niedersächsische Umweltminister Christian Meyer erklärte, die Salzbelastung mache nicht an Ländergrenzen halt; die sieben Länder hätten gemeinsam einen Weg zur schrittweisen Reduzierung vereinbart. Hinter dieses Ziel sollten sie nicht zurückfallen. Kaya Kinkel von der hessischen Grünen-Landtagsfraktion sagte, die Kaliindustrie sei ein wichtiger Arbeitgeber für die Region Nordhessen, deshalb brauche es eine langfristige Perspektive; die Umweltprobleme dürften aber nicht um weitere zwölf Jahre verlängert werden.

Britta Kellermann von der niedersächsischen Grünen-Landtagsfraktion erklärte, die Menschen an der Weser lebten seit Generationen mit den Folgen der Salzbelastung; ab 2028 müsse Schluss mit der Einleitung von Prozessabwässern sein. Luis Schäfer, Landessprecher der thüringischen Grünen, forderte keine neuen Rückstände, eine schnellere Haldenabdeckung und einen verbindlichen Plan, wie die Salzbelastung weiter sinkt.

Astrid Vogelheim von der Grünen-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen kritisierte, was in die Werra eingeleitet werde, belaste im weiteren Verlauf auch die Weser; ein Unternehmen dürfe nicht Profit auf Kosten eines ganzen Gewässerökosystems machen.

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