Gummibänder im Biomüll: Tödliche Gefahr für Weißstörche

Der Storchenbestand in der Region ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Doch eine wenig bekannte Gefahr lauert für die Tiere in Bioabfällen.

Das Storchenpaar Paul und Pauline aus Broitzem.
Das Storchenpaar Paul und Pauline aus Broitzem. | Foto: Monika Göring

Region. Die Brutzeit der Weißstörche ist in vollem Gange. Damit ist aktuell eine oft nicht bekannte Gefahr für die Tiere besonders groß: Gummibänder im Bioabfall. Darauf machen die Bürgerstiftung Braunschweig und das Netzwerk Natur und Umwelt aufmerksam.



Gummibänder, wie sie häufig an Gemüse oder Blumensträußen verwendet werden, können für Weißstörche zur tödlichen Falle werden. Die Tiere verwechseln sie mit Regenwürmern und verschlucken sie. Da das Material unverdaulich ist, sammelt es sich im Magen an, blockiert die Nahrungsaufnahme und kann dazu führen, dass die Tiere trotz gefülltem Magen verhungern. Besonders problematisch ist, dass Altvögel diese Fremdkörper auch an ihre Jungtiere verfüttern. Neben Gummibändern stellen auch andere Abfälle wie Plastikfolien oder Schnüre eine Gefahr dar – etwa durch Verheddern oder Staunässe in den Nestern.

Mehr Störche in der Region


In den vergangenen Jahren ist der Storchenbestand deutlich gewachsen. Auch in der Region sind aktuell zahlreiche Nester besetzt. Ein bekanntes Beispiel ist das Storchenpaar Paul und Pauline im Braunschweiger Stadtteil Broitzem, das regelmäßig Nachwuchs großzieht.

Gefährdeter Sympathieträger


„Der Weißstorch ist ein Sympathieträger und die Bestände nehmen in unserer Region zu. Das ist maßgeblich darauf zurückzuführen, dass die Vögel zum Überwintern als Folge der Klima-Erwärmung im Winter weniger weit ziehen und deshalb mehr Vögel den Weg- und Rückzug überleben. Nun müssen wir aber auch dafür sorgen, dass die Vögel nicht vor unserer Haustür sterben – wegen Gummiringen im Magen, die sie verhungern lassen“, sagt Ulrich Reimers, Sprecher der NABU-Landesfachgruppe Avifauna SüdOstNiedersachsen (AviSON) und Mitglied des Netzwerks Natur und Umwelt.

Kleine Veränderungen bewirken Großes


Sabine Held-Brunn, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Braunschweig, ordnet das Engagement der Bürgerstiftung ein: „Mit dem Netzwerk Natur und Umwelt bringt die Bürgerstiftung gezielt Akteurinnen und Akteure aus Zivilgesellschaft, Bildung und Naturschutz zusammen, um Wissen zu bündeln und konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Unser Ziel ist es, Umwelt- und Artenschutz im Alltag der Menschen in Braunschweig zu verankern. Das Beispiel der Gummibänder zeigt, wie wichtig Aufklärung und Vernetzung sind – denn oft sind es kleine, leicht umsetzbare Veränderungen, die eine große Wirkung für den Schutz unserer heimischen Tierwelt entfalten.“

Das können Verbraucher tun


Die Bürgerstiftung Braunschweig und das Netzwerk Natur und Umwelt rufen daher dazu auf, Gummibänder konsequent vor der Entsorgung aus Bioabfällen zu entfernen und im Restmüll zu entsorgen. Bereits kleine Verhaltensänderungen können einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Tiere leisten. Auch beim Einkauf kann auf möglichst plastikfreie Alternativen geachtet werden.

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