Wolfenbüttel

Gymnasium im Schloss veranstaltet Safer Internet Day


Die Sechstklässler wurden von ihren Lehrkräften im Umgang mit dem Internet geschult. Foto: Privat
Die Sechstklässler wurden von ihren Lehrkräften im Umgang mit dem Internet geschult. Foto: Privat Foto: Privat

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12.02.2016


Wolfenbüttel. "Hauptsache online" - mit diesem Schlagwort beschrieb Dietrich Riesen, Jugendreferent und Therapeut von der return-Fachstelle Mediensucht in Hannover, in seinem Vortrag am GiS die ungeheuere Faszination, die das Internet mit seinen Games, Chatforen und Streaming-Diensten auf Jugendliche ausübt.

Erfolge bei Online-Spielen, soziale Anerkennung in den Chatforen - all das bewirke ein Glücksgefühl in den jungen Menschen. Dopamin, das Glückshormon, werde ausgeschüttet, wenn der High-Score geknackt wird und man bei Facebook den einhundertsten "Freund" gewonnen hat. "Wir alle sind auf der Suche nach Dopamin", so Riesen in seinem Vortrag, "und wir wollen immer mehr davon!" Konflikte mit den Eltern seien vorprogrammiert - oft seien die Jugendlichen in Fragen moderner Medientechnik weiter als die Eltern, die dadurch mit Verunsicherung reagieren würden: Soll ich meinem Kind den Umgang mit modernen Medien verbieten, ihn reglementieren oder grenzenlos erlauben? Wirklich problematisch werde aber die Situation, wenn Eltern sich nicht einig sind, wie es häufig bei getrennt lebenden Elternteilen der Fall sei. Die Folgen seien dramatisch, so Dietrich Riesen: "Die psychosoziale Reife leidet, im Extremfall kommt es zu sozialen Isolierungstendenzen, körperlichen Folgen bis hin zum ausgeprägten Suchtverhalten!"

Schockiert reagierten die Zuhörer, als Riesen aufzeigte, dass Jugendliche am Tag durchschnittlich 7 bis 8 Stunden vor den Bildschirmen sitzen und dabei oft Inhalte konsumieren, die ihrer Reife nicht angemessen sind. "Wir können die Kinder nicht schneller reifen lassen", erläuterte Riesen, "also muss die Verfügbarkeit von Medien reduziert werden!" Dietrich Riesen fand klare Worte für diese Forderung: "Bis zum Alter von 12 Jahren müssen Kinder durch die Eltern reglementiert und zur Medienmündigkeit erzogen werden. Zwischen 12 und 16 müssen Eltern ihre Kinder beim Umgang mit der Faszination der Medienwelt begleiten!" Die Fachstelle return bietet Eltern und Jugendliche in vielfältiger Weise Hilfestellung an, wenn die "Faszination online" nicht mehr beherrschbar ist.

Eingeladen hatte den Referenten das Gymnasium im Schloss zum Abschluss des Safer Internet Day, der bundesweit mit zahlreichen Aktionen begleitet wird. Auch am GiS hatten die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen am Vormittag grundlegende Informationen und Verhaltensregeln zu dem Thema "Cybermobbing" erhalten. Sicherheit im Umgang mit dem Internet wurde nicht nur durch Information, sondern durch Diskussion und Gesprächsangebote vermittelt. "Ich habe nicht gewusst, wie gefährlich das Chatten sein kann", sagte eine Schülerin am Ende der Veranstaltung. Umso wichtiger ist es, dass Schulen und Eltern hier Acht geben und ihre Verantwortung gegenüber den jungen Menschen wahrnehmen.
(böt)


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