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Harz: Erkältungen treiben Krankenstand hoch


Die Fehltage in der Region Harz sind nach Angaben der DAK-Krankenkasse über Landesniveau. Symbolfoto: Anke Donner
Die Fehltage in der Region Harz sind nach Angaben der DAK-Krankenkasse über Landesniveau. Symbolfoto: Anke Donner Foto: regionalHeute.de

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15.09.2016

Goslar. Mit 4,4 Prozent lag der Krankenstand in der Region um 0,3 Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt. Spitzenwerte erreichen Uelzen und Lüchow-Dannenberg mit 4,8 Prozent.



Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Harz zeigt Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen. Die meisten Ausfalltage erfolgten demnach aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen (22,1 Prozent). Auf Platz zwei stehen psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angstzustände mit 16,7 Prozent. Diese haben 2015 im vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent zugenommen. Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Bronchitis hatten einen deutlichen Zuwachs von 32,6 Prozent und lagen auf Platz drei. Verletzungen und Vergiftungen kamen auf den vierten Platz. Im Vergleich zum Vorjahr nahmen sie um fast neun ab.

„Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand im Harz“, sagt Rüdiger Kurs von der DAK-Gesundheit. „Unternehmen können aus der Analyse wichtige Impulse für ihr betriebliches Gesundheitsmanagement gewinnen. Um zum Beispiel längeren Erkrankungen durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorzubeugen, bieten wir als Kasse Arbeitgebern konkrete Hilfe an.“

Frauen im Harz haben 13 Prozent mehr Fehltage


Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem diesjährigen Gesundheitsreport schwerpunktmäßig den Unterschied von Frauen und Männern in den
Krankheitsprofilen und im Umgang mit Krankschreibungen. Für die Studie wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Niedersachsen und im Harz aus. Es wurden zudem bundesweit mehr als 5.000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt. Ein Fazit: Frauen in Niedersachsen fehlen häufiger im Job als Männer. Ihr Krankenstand lag im vergangenen Jahr 15 Prozent höher. Im Harz war der Unterschied mit 13 Prozent etwas kleiner. „Damit ist der viel zitierte kleine Unterschied größer als gedacht“, sagt Rüdiger Kurs. „Die Studie zeigt auch, dass Männer und Frauen von ganz unterschiedlichen Krankheiten betroffen sind.“

Krankheitsunterschiede von Frauen und Männern



In der Harz-Region leiden Männer häufiger (plus 95 Prozent) an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Landesweit sind das weniger: Hier sind es 59 Prozent mehr Erkrankungen bei den Männern. Bei psychischen Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen haben Frauen im Harz 43 Prozent mehr Ausfalltage (NDS-Durchschnitt = 64 Prozent). Auch bei den Krebsleiden liegen sie mit zwölf Prozent klar über denen der Männer, was durch das vergleichsweise frühe Auftreten von Brustkrebs bedingt ist. Landesweit sind es 90 Prozent. „Betroffene Frauen stehen oft noch voll im Erwerbsleben“, erklärt Kurs. Die häufigste Krebserkrankung bei Männern, der Prostatakrebs, trete hingegen erst im höheren Alter auf – meist ab etwa 60 Jahren. „Diese Krebsfälle bei den Männern werden von unserer Statistik, die sich ausschließlich auf Erwerbstätige bezieht, nicht mehr erfasst“, so Kurs. Grundsätzlich sei das Krebsrisiko bei Männern und Frauen gleich.

Frauen neigen zu Präsentismus


Obwohl Frauen den höheren Krankenstand haben, schleppen sie sich sogar noch häufiger als Männer krank zur Arbeit. Experten sprechen vom Präsentismus: 70 Prozent der Frauen in Niedersachsen waren 2015 mindestens einmal krank bei der Arbeit, bei den Männern nur 50 Prozent. Als Hauptgründe gaben Frauen in der Befragung an, dass sie ihre Kollegen nicht hängen lassen wollten (84 Prozent) oder auch ihre Arbeit fertigstellen müssten (70 Prozent).

Wenn ihre Kinder krank sind, melden sich hingegen viele Frauen selbst krank. Fast ein Drittel der Frauen in Niedersachsen sagte in der Befragung, dass sie manchmal so vorgehen müsse, weil sie sich nicht anders zu helfen wisse. Bei den Männern sagen das nur 17,5 Prozent. Demnach tragen Frauen noch immer einen größeren Anteil an der Betreuung kranker Kinder als Männer.





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