Goslar

Harzer Touristiker blicken auf Tourismusjahr zurück


Der Harz soll als Drehort etabliert werden. Foto: Johannes Koeck
Der Harz soll als Drehort etabliert werden. Foto: Johannes Koeck

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01.12.2016

Stolberg . Der Harzer Tourismustag hat sich als jährlicher Branchentreff der Touristiker aus der gesamten Region etabliert. Im Fokus der diesjährigen Veranstaltung stand der Harz als Drehort.


Seit Jahrzehnten finde in der Region Dreharbeiten zu den unterschiedlichsten Film- und Fernsehproduktionen statt. In jüngster Zeit seien darunter internationale Produktionen wie „The Monuments Men“, „Frantz“ oder die Verfilmungen bekannter Buchklassiker wie Otfried Preußlers „Das kleine Gespenst“ zu finden. Mit „Alles Klara“ habe es der Harz zudem ins Vorabendprogramm der ARD geschafft. Dieser kleine Auszug zeige, welche Potenziale die abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaft mit ihren historischen Städten für die Filmschaffenden biete.
Im Rahmen der Fachtagung des diesjährigen Tourismustages wurde den Teilnehmern laut einer Pressemitteilung des Harzer Tourismusverband e.V. zunächst ein erster Eindruck vermittelt, welche Chancen und Herausforderungen das „Drehort-Dasein“ mit sich bringt. So informierte Susanne Lange von der nordmedia-Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH über das Leistungsspektrum der Filmfördergesellschaften und Jakob Claussen, Chef der Claussen + Putz Filmproduktion GmbH, berichtete, wie ein Film entsteht und was ein Drehort leisten muss. Besonders interessiert lauschten die Teilnehmer Johannes Koeck, Geschäftsführer der Cine Tirol Film Commission aus Innsbruck. Er erklärte am Beispiel des FILMLANDES TIROL die Bewerbung Tirols als Drehort und die touristische Verwertung von Kino- und TV-Produktionen in den Alpen.

Den Harz als Drehort zu etablieren als Ziel


Die diesbezüglichen Potenziale des Harzes stärker nutzen – dieser Aufgabe widmet sich seit über einem Jahr auch eine Arbeitsgruppe der Staatskanzleien der Harzanrainerländer, die Filmfördergesellschaften und der HTV angehören. Das Ziel den Harz als Drehort zu etablieren, konnte vielfach erreicht werden. Auch in Zukunft sind mehrere Produktionen im Harz geplant. Nun gilt es aber, mit den Anbietern und Partnern in den Kommunen geeignete Produkte zu entwickeln, um diese Drehorte im Nachhinein erfolgreich in die filmtouristische Vermarktung zu überführen. „Noch stehen wir in Bezug auf den Filmtourismus am Anfang, dennoch sind die Potenziale groß und der diesbezügliche Markt entwickelt sich rasant“ – so Carola Schmidt, Geschäftsführerin des HTV. Der Verband wird sich der Thematik daher auch im kommenden Jahr weiter widmen und hofft auf die Unterstützung und Kreativität der Touristiker im Harz.
Marketingaktionen im In- und Ausland
Auch in 2016 realisierte der Verband professionell und erfolgreich zahlreiche Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen im In- und Ausland, um die Wettbewerbsposition der Region Harz weiter zu sichern und auszubauen. Das Onlinemarketing in all seinen Facetten nimmt dabei eine wichtige Kernfunktion in der Kommunikation ein. Dennoch spielen auch die klassischen Marketinginstrumentarien wie die Erstellung und der Vertrieb qualitativer Printmedien und die regionalen Präsentationen auf den großen Reisemessen eine nicht unwesentliche Rolle.

Onlinemarketing


Die Webseite www.harzinfo.de, das offizielle und umfangreichste Urlaubsportal für die Reiseregion Harz und zentrales Element des HTV-Onlinemarketings, wurde einem kompletten Relaunch unterzogen. Im neuen modernen Design passt sich die Präsenz nun dem Endgerät des Gastes an - ganz egal, ob dieser zu Hause am Laptop oder vor Ort mit dem Smartphone nach Informationen sucht - und wirbt so zeitgemäß für den Harz. Ähnlich gängiger Suchmaschinen lässt sich das Portal nun schnell und gezielt nach wichtigen Themen durchsuchen. Darüber hinaus ermöglichen weitere zusätzliche Module eine attraktivere, multimediale Darstellung und Vermittlung der Inhalte. Die fast 3000 Seiten umfassende Webseite steht in vier Sprachen zur Verfügung. Sie wird ergänzt durch weitere Seiten zum Tagungsharz, zur HarzCard und zum Wintersport. Darüber hinaus stehen eine umfangreiche App sowie ein interaktives Routenportal für Wanderer, Radfahrer und Wintersportler zur Verfügung. Zum Tagesgeschäft gehört zudem die „Bespielung“ der gängigen Social-Media-Kanäle.

Auslandsmarketing


Harzweit entfallen acht Prozent der Übernachtungen auf ausländische Gäste. Damit das so bleibt, setzte der HTV mit Unterstützung der Landesmarketinggesellschaften in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen sowie der Stiftung Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft auch in diesem Jahr zahlreiche Maßnahmen in den ausländischen Quellmärkten Niederlande, Dänemark und Großbritannien um. Im Mittelpunkt des umfassenden Portfolios standen die Umsetzung von Medienkooperationen mit namenhaften Verlagsgesellschaften (u.a. National Geographics Traveller, Hallo Nabo), die Organisation und Durchführung von Bloggerreisen sowie die Realisierung mehrerer Onlinekampagnen. Mittels Cross-Marketing-Kampagnen in den Niederlanden (Pluto Sport, Intersport und Fair Toys) und in Dänemark (Friluftsland) konnten mit eher branchenfremden Partnern neue Märkte erschlossen und Zielgruppen über alternative Kommunikationskanäle erreicht werden.

Die Tourismusentwicklung


auf verhaltene Wintersaison folgten ein starker Frühling und Sommer
Der jährliche Harzer Tourismustag ist auch Anlass einen Blick auf die aktuellen touristischen Entwicklungen zu werfen. Das Jahr verlief bisher sehr zufriedenstellend. Obwohl der letzte Winter hinter den Erwartungen der Touristiker zurückblieb, gelang es, diese saisonbedingten Schwankungen durch einen stabilen Ganzjahrestourismus abzufedern. So registrierte der Gesamtharz bis einschließlich September einen dreiprozentigen Zuwachs bei den Übernachtungen. Insbesondere im Westharz zahlen sich die getätigten Investitionen aus. Auch im MICE-Segment – das bestätigen die HTV-Partner – konnten die Rückgänge aus dem langjährigen VW-Tagungsgeschäft in kurzer Zeit kompensiert werden. Die Entwicklungen sind auf die erfolgreiche touristische Angebotspolitik und neue Infrastrukturen in der Region zurückzuführen. Die weiter anhaltende Investitionstätigkeit in Bezug auf touristische Projekte stimmen den Verband und seine Mitglieder daher optimistisch für die Zukunft. Um den einsetzenden Imagewandel weiter zu forcieren, plant der HTV im kommenden Jahr eine Multi-Channel-Kampagne im Hamburger Raum und wird auch mit hartnäckigen Vorurteilen in Bezug auf die Harzer Gastgeber „aufräumen“. Man darf gespannt sein.

HTV-Mitgliederversammlung


In der jährlichen Mitgliederversammlung wurde der fusionierte Landkreis Göttingen, der aus den Landkreisen Osterode am Harz und Göttingen hervorging, im Reigen der HTV-Mitglieder begrüßt. Landrat Bernhard Reuter wurde in den Vorstand des HTV gewählt. Neues Mitglied im Abteilungsvorstand Marketing ist Frau Cathleen Hensel. Sie vertritt hier die Braunlage Tourismus Marketing GmbH.


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