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Hat Niedersachsen den Impfstart verschlafen?

Bei der Anzahl der verabreichten Impfdosen pro 100 Einwohner ist Niedersachsen bundesweites Schlusslicht. Die Braunschweiger FDP-Landtagsabgeordnete Susanne Schütz fordert, das Land müsse aktiver werden und auf die Landkreise zugehen.

von Alexander Dontscheff


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Pixabay

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30.12.2020

Hannover. Am Sonntag wurde auch in Niedersachsen die erste Corona-Impfung durchgeführt. Seitdem geht es, verglichen mit anderen Bundesländern eher schleppend voran. Nach Daten des Robert-Koch-Instituts wurden Stand Dienstagmorgen in Niedersachen 835 Menschen geimpft. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen waren es zu diesem Zeitpunkt bereits 7.136. Für die Braunschweiger FDP-Landtagsabgeordnete Susanne Schütz ist die Sache klar: "Niedersachsen verschläft gerade den Impfstart". In einer Pressemitteilung fordert sie, das Land müsse aktiver werden.



Nach absoluten Zahlen liegt Niedersachsen bundesweit auf dem viertletzten Platz. Bei der Anzahl der verabreichten Impfdosen auf 100 Einwohnern ist man mit einem Wert von 0,01 gemeinsam mit Thüringen gar Schlusslicht (In Mecklenburg-Vorpommern liegt der Wert bei 0,26).

"Zehntausende Impfdosen warten in den Kühlschränken und werden aktuell nicht verabreicht. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Landesregierung hier nicht umgehend reagiert und sich proaktiv an weitere Kommunen und Landkreise wendet, damit auch dort schon vor Beginn der kommenden Woche mit den Impfungen begonnen wird", erklärt Susanne Schütz, die sozialpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion ist. Auch das Krankenhauspersonal, beispielsweise auf den Covid19-Stationen, sollte ihrer Ansicht nach keinen Tag länger als nötig auf die Impfung warten müssen.

Einwilligungen der Bewohner müssen vorliegen


In der Tat wurden in Niedersachsen bislang lediglich in den Landkreisen Cloppenburg und Osnabrück sowie der Grafschaft Bentheim Impfungen durchgeführt. In der Region Hannover und im Landkreis Nienburg soll es nach NDR-Informationen heute losgehen. Heiger Scholz, Leiter des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, erklärte in einem Interview mit dem NDR, dass er davon ausgehe, dass die meisten Kommunen in der ersten Januarwoche mit den Impfungen beginnen würden. Der Impfstoff werde erst ausgeliefert, wenn die Kommunen sich bereit meldeten. Zwischen Weihnachten und Neujahr sei es allerdings für viele Senioren- und Pflegeheime eine große Herausforderung, die notwendige Organisationsarbeit zu leisten und die Einwilligung der Bewohnerinnen und Bewohner zu beschaffen. Aus organisatorischen Gründen sei es wichtig, beim Besuch der mobilen Teams in den Einrichtungen möglichst viele Menschen zu impfen.


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