Heiße Diskussion um "heiße Höschen"

von Robert Braumann


Symbolbild/Foto: Robert Braumann
Symbolbild/Foto: Robert Braumann Foto: Robert Braumann



Wolfenbüttel/Horb. Das Hotpants-Verbot einer Schule in Horb sorgte bundesweit für Aufregung. Die Schulleitung hatte in einem Elternbrief mitgeteilt: "Wer zu aufreizend gekleidet ist (zum Beispiel bauchfreies Shirt, Hotpants...), der bekommt von der Schule ein großes T-Shirt gestellt, das er/sie sich bis zum Schultagsende anziehen muss." Ist so etwas auch in den Schulen in Wolfenbüttel denkbar?

Sexismus oder Erziehung?


In dem Elternbrief in Horb heißt es: "Es geht uns dabei nicht um die Unterdrückung der Individualität Ihres Kindes.“ Die Regelung sollte vielmehr ein gesundes Schulklima fördern. Es ginge dabei um unpassende Kleidung generell, das betreffe Jungen genauso wie Mädchen. Doch das sahen viele Nutzer in den sozialen Netzwerken völlig anders. Es erhob sich schnell Protest. Nutzer schrieben, es wäre ein Rückschritt direkt zurück in die fünfziger Jahre, jeder müsse selbst entscheiden können, was er anziehen möchte oder auch: "Wer Mädchen so dermaßen sexualisiert, dass sie bei heißem Wetter lange Sachen tragen sollen, hat das Problem bei sich." Aber es gibt auch konträre Meinungen: "Ich darf auf Arbeit nur lange Hosen tragen. Bei 34 Grad. Also heult nicht rum“, so eine Nutzerin auf Twitter.

Was sagen die Wolfenbütteler Schulen?


Wie sehen die Schulleitungen in Wolfenbüttel die Diskussion? Ursula Miege, Schulleiterin der IGS Wallstraße sagte: "Die Schüler sind noch gar nicht so alt, es geht an der Schule bisher schließlich nur bis zur neunten Klasse. Wenn es warm ist, dann ziehen sie zwar auch mal etwas kürzere Klamotten an, aber keine Hot Pants und auch nicht bauchfrei. Aufreizende Kleidung ist bislang kein Problem an der Schule."

Ulrike Schade, Schulleiterin des GiS, kennt die Problematik und sagte: "Im Sommer ist die Kleidung immer wieder ein Thema. Natürlich in einigen Fällen auch bei uns. Bei uns gibt es keine Vorschrift für die Bekleidung, auch keine Tendenz für eine Schulkleidung, obwohl Schülerinnen und Schüler bei der Rückkehr von Austauschaufenthalten immer mal wieder formulieren, dass eine Schulkleidung nicht schlecht wäre. Wenn man Verbote ausspricht, muss man Normen formulieren. Soll es die Beinlänge der Hotpants sein? oder die Trägerbreite beziehungsweise die Trägerlänge von Hemdchen? Wenn mir die Kleidung nicht passend erscheint für den Anlass, spreche ich die Person an. In diesem Gespräch versuche ich die Wahrnehmung der anderen zu vermitteln. So sollte die gewählte Kleidung dem Anlass entsprechen - das heißt in die Schule zieht die Schülerin etwas Modisches, aber eher etwas Dezentes an, in die Disco etwas Auffallendes, zum Ball etwas Festliches. Einige wollen mit Kleidung provozieren - das war schon immer so, das sollte aber in der Schule nur zu einem geringen Maße stattfinden. Hierüber einen Konsens zu finden, ist mein Anliegen. Damit schützen wir auch diejenigen, die sich mit Hotpants dem Gelächter anderer aussetzen, weil sie zum Beispiel für die Körpermaße unpassend sind. Und jeder Schüler / jede Schülerin sollte bedenken, womit er/sie die Aufmerksamkeit der anderen auf sich ziehen will. Sollen die Mitmenschen (zum Beispiel Lehrkräfte) durch den Blick auf das Dekolleté abgelenkt werden z.B. von fachlichen Defiziten? Darüber müssen die Schüler zum Nachdenken angeregt werden."

Hartmut Frenk, Schulleiter der Großen Schule, gab auf Anfrage von RegionalWolfenbüttel.de an: "An unserer Schule gibt es keine Kleiderordnung. Bisher gibt auch keinen Anlass, dies einzuführen, da die Schülerinnen und Schüler ein Auge für passende Anziehsachen zu haben scheinen. Es gibt keine großen Auffälligkeiten.

Schulleiter des THG, Rudolf Ordon, antwortete auf die Thematik: "Das ist am THG kein Problem. Es gibt keine Kleiderordnung, es soll auch keine eingeführt werden."


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