Gefahr am Bahnübergang: Wenn Kosten vor Sicherheit gehen

von Nino Milizia


Die Fußgänger- und Radfahrerführung im Bereich des Bahnübergangs Emmerstedter  Straße weist konkrete Gefahrenstellen auf. Fotos: Achim Klaffehn
Die Fußgänger- und Radfahrerführung im Bereich des Bahnübergangs Emmerstedter Straße weist konkrete Gefahrenstellen auf. Fotos: Achim Klaffehn

Helmstedt. Der Bahnübergang in Emmerstedt ist für Fußgänger und Radfahrer gleichermaßen gefährlich. Dieser Umstand ist seit längerem bekannt, gehandelt wurde bislang nicht. Achim Klaffehn von der Kreisverkehrswacht möchte nun etwas Bewegung in die Sache bringen.


Seit Jahren schon wird von einer großen Gefahrensituation am Bahnübergang Emmerstedter Straße ausgegangen, laut Achim Klaffehn von der Kreisverkehrswacht wurde trotz vieler konkreter Gespräche - beteiligt waren die Deutsche Bahn, die Anlieger, das Ordnungs- und das Straßenverkehrsamt sowie die Stadt Helmstedt - vor zwei bis drei Jahren bislang keine Lösung gefunden. Um sich die Situation vor Augen zu führen: Vor dem Bahnübergang endet der Radweg, so dass ein Ausweichen auf die Fahrbahn oder das Nutzen eines Trampelpfades über einen "ausgefransten" Fahrbahnrand von Nöten ist, um den offiziellen Geh-Radweg in Richtung Emmerstedt zu erreichen. "Auf der Gegenseite ist die Breite des Gehweges zu gering - und auch uneben- um beide Verkehrsteilnehmerarten sicher zu führen. Keinesfalls ist der Wegeverlauf barrierefrei", so Klaffehn.

Große Lösung würde 500.000 Euro kosten


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Ein Trampelpfad führt über einen ausgefransten Fahrbahnrand bis zum offiziellen Geh-Radweg in Richtung Emmerstedt. Foto: Achim Klaffehn



Für eine "Große Lösung" zur Entschärfung waren Kosten von etwa 500.000 Euro geschätzt worden, die von den Anliegern hätten getragen werden müssen. Verständlicherweise zu viel für die Anlieger, so dass ein Arbeitskreis eine weitere Idee hatte und dem Ordnungsamt der Stadt Helmstedt einen Antrag vorlegte, der die Einrichtung eines Schutzstreifens vorsah. Nicht ideal aber kostengünstig. Doch kann der Bahnübergang nicht in den Schutzstreifen miteinbezogen werden, so dass weitere Maßnahmen notwendig werden.

"Für die Verbesserung der Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer reichte es aber aus, wenn die Querung aus Richtung Emmerstedt bis zum ehemaligen Bahnhof als gemeinsamer Fuß-Radweg weitergeführt und in dem Bereich eine Verbreiterung vorgenommen wird. Damit würde die Gefahrenlage für Radfahrer, die unmittelbar im Kreuzungsbereich der Bahn auf die Fahrbahn einfahren müssen, beseitigt", erklärt Klaffehn. "In der Gegenrichtung endet der Gehweg auf der Emmerstedter Straße vor dem Bahnübergang und geht als Trampelpfad über die ausgefranste Straßenkante bis zum gemeinsamen Geh-Radweg in Richtung Emmerstedt. Dieser Trampelpfad sollte baulich als gemeinsamer Geh-Radweg über den Bahnübergang hinaus ausgebaut werden."

Trampelpfad sollte ausgebaut werden


Hier wäre der Vorteil, dass ein Umbau der Ampelanlagen des Bahnübergangs nicht erforderlich wäre. "Der Bau von zwei kurzen Stücken eines Geh-Radweges koste sicher weit weniger als die bisherigen Kostenannahmen, die offensichtlich einer weiteren Planung im Wege standen", hofft der ehemalige Polizeibeamte auf ein baldiges Ende des nicht zu unterschätzenden Gefahrenpotentials.


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