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Impfstoffknappheit: Dem Hausärzteverband platzt der Kragen - "Es reicht"



Impfstoffknappheit: Dem Hausärzteverband platzt der Kragen - "Es reicht"

In einer Pressemitteilung wirft der Deutsche Hausärzteverband dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) "vollständiges Organisationsversagen" vor.

(Symbolbild)
(Symbolbild) Foto: Rudolf Karliczek

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Deutschland. Mit völligem Unverständnis, großem Ärger und ernster Sorge um den weiteren Erfolg der laufenden Impfkampagne nehme der Deutsche Hausärzteverband und die Landesverbände zur Kenntnis, dass neben dem Impfstoff von BioNTech nun auch der Impfstoff von Moderna nicht vollumfänglich ausgeliefert wird. In einer Pressemitteilung wirft der Verband dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) "vollständiges Organisationsversagen" vor.



Das BMG hatte in den letzten Tagen und Wochen stets versichert, dass zumindest der Impfstoff von Moderna unbegrenzt ausgeliefert wird. „Das ist innerhalb von weniger als einer Woche die zweite Hiobsbotschaft für die Impfkampagne in den hausärztlichen Praxen!“ sagt Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes.

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Jetzt werden die hausärztlichen Praxen und alle anderen Beteiligten der Impfkampagne von Großhandel und Politik an den Rand des organisatorischen Kollapses getrieben: Nachdem aufgrund der Meldung der Kontingentierung von BioNTech letzten Freitag viele Praxen unter hohen Aufwänden die Impfprozesse umgestellt hatten, muss die Impforganisation jetzt erneut umgestaltet werden. Wieder müssten Impftermine verschoben oder abgesagt und Patientinnen und Patienten, die mühsam auf den Impfstoff von Moderna umgestellt wurden, kontaktiert werden. Wieder wird die gerade Fahrt aufnehmende Impfkampagne in Deutschland fundamental ausgebremst.

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Hausärzteschaft bei Entscheidungen berücksichtigen


„Es grenzt an vollständiges Organisationsversagen: Erst wird völlig unabgestimmt die ganze Bevölkerung zum sofortigen Impfen und Boostern aufgerufen, die Praxen werden überrannt und stellen unter größten Anstrengungen und widrigen Umständen kurzfristig eine neue Impfkampagne auf die Beine und dann geht nach kürzester Zeit der Impfstoff aus!“ stellen Weigeldt und die Landesvorsitzenden fest.
„Die Verteilung des Impfstoffs muss sich am Bedarf ausrichten und nicht nach Marktanteilen über den Großhandel ausgeben werden. Hausärztinnen und Hausärzte, die viele Patientinnen und Patienten versorgen, benötigen einfach mehr Impfstoff!“ fordern Weigeldt und die Vorsitzenden der Landesverbände. Ferner ist es jetzt an der Zeit, dass diejenigen, die letztlich die Impfkampagne stemmen, also die Hausärztinnen und Hausärzte, ihre Expertise mit in die Organisation der Impfstoffverteilung einbringen und frühzeitig in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden.


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