Pflegearbeiten der Pfeifengraswiesen beginnen

Mehrere Mahdgänge, die Entfernung von Gehölzen und der Einsatz bodenschonender Technik sollen die seltenen Pflanzenarten der Pfeifengraswiesen im Lappwald langfristig schützen und die biologische Vielfalt fördern.

Im Landschaftsschutzgebiet „Lappwald“ beginnen Pflege- und Instandsetzungsarbeiten, die bis 2028 fortgeführt werden.
Im Landschaftsschutzgebiet „Lappwald“ beginnen Pflege- und Instandsetzungsarbeiten, die bis 2028 fortgeführt werden. | Foto: Landkreis Helmstedt

Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?

Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen

Helmstedt. Im Landschaftsschutzgebiet „Lappwald“ beginnen Pflege- und Instandsetzungsarbeiten, die bis 2028 fortgeführt werden. Es geht um die Erhaltung und langfristige Sicherung artenreicher Pfeifengraswiesen, darunter auch die bekannte „Totenwiese“ bei Bad Helmstedt. darüber infomierte der Landkreis Helmstedt.



Pfeifengraswiesen zeichnen sich durch viele verschiedene außergewöhnliche Pflanzenarten aus und gehören zu den europaweit geschützten Lebensraumtypen. Teile des „Lappwald“ gehören unter anderem auch wegen dieser Wiesen zum europaweiten Schutzgebietsnetz Natura 2000, das gefährdete Pflanzen, Tiere und Lebensräume schützt.

Herausforderungen für die Pfeifengraswiesen


Nutzungsaufgabe, zunehmende Trockenheit und Nährstoffeinträge verändern die Standortbedingungen auf den Wiesen. Dadurch können konkurrenzstarke, weit verbreitete Pflanzenarten, die typischen und teilweise sehr seltenen Arten der Pfeifengraswiesen verdrängen.

Geplante Pflegemaßnahmen von 2026 bis 2028


Ziel der Pflegemaßnahmen ist es, diesen offenen, nährstoffarmen und artenreichen Wiesentyp langfristig zu erhalten und ihre charakteristische Pflanzen- und Tierwelt zu fördern. Dazu sind von 2026 bis 2028 mehrere Mahdgänge zur Aushagerung vorgesehen. Dabei wird das Schnittgut von der Fläche vollständig entfernt, um Nährstoffe zu entziehen. Zusätzlich werden Gehölze zurückgenommen, die zunehmend in die offenen Wiesenflächen vordringen. Da es sich um empfindliche Feuchtwiesen handelt wird besonders bodenschonende Technik eingesetzt, die Bodenverdichtung vermeidet.

Beitrag zum Naturschutz und Finanzierung


Die Pflegearbeiten leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt innerhalb des europäischen Natura-2000 Schutzgebietsnetzes. 80 % der Kosten werden im Rahmen der Förderung von Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) von der EU kofinanziert; 20% übernimmt der Landkreis Helmstedt. Die Pfeifengraswiesen liegen im Eigentum der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz. Die Untere Naturschutz- und Waldbehörde des Landkreis Helmstedt erfüllt mit der Umsetzung Aufgaben des Bundes bzw. des Landes Niedersachsen.