Region. Der NABU Niedersachsen ruft gemeinsam mit dem NABU Bundesverband und seinem bayerischer Partner LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) zur großen Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ auf – in diesem Jahr bei echtem Winterwetter.
Naturfreunde sind eingeladen, eine Stunde lang Vögel im eigenen Garten, auf dem Balkon oder in der freien Natur zu zählen und ihre Beobachtungen zu melden. Die Aktion bietet nicht nur spannende Naturerlebnisse direkt vor der Haustür, sondern liefert auch wichtige Daten zur Entwicklung unserer heimischen Vogelwelt.
Zählung liefert wichtige Erkenntnisse
Anhand dieser gesammelten Daten können Bestandsabnahmen der verschiedenen Vogelarten frühzeitig erkannt werden. Das ist wichtig, damit der NABU auf Grund der Erkenntnisse gezielte Artenschutzmaßnahmen durchführen kann. Auch lassen sich so Veränderungen im regionale Zugverhalten der Wintergäste erkennen.
„Je höher die Beteiligung ist, desto aussagekräftiger sind die gesammelten Daten“, sagt Nico Ludewig, Mitarbeiter der NABU-Regionalgeschäftsstelle Südost-Niedersachsen. „Deshalb laden wir alle ein, sich eine Stunde Zeit zu nehmen und mit Fernglas, Zettel und Stift oder der NABU-App die Wintervögel zu notieren.“
Ideale Bedingungen
Das winterliche Wetter sorgt aktuell für ideale Bedingungen zur Vogelbeobachtung: Durch Schnee und Frost ist es für viele Vögel schwieriger geworden, in der Natur Futter zu finden. Dafür suchen sie vermehrt Futterstellen auf und lassen sich dort besonders gut beobachten. „Gerade jetzt, wenn der Boden gefroren ist, nehmen Meise, Amsel und Co. das angebotene Futter gerne an“, so Ludewig. „Wer artgerecht füttern möchte, sollte auf hochwertige Körner- und Fettfutter setzen. Am besten eignet sich Futter in Bioqualität. Und bitte auf Plastiknetze verzichten, sie sind für Vögel gefährlich und belasten die Umwelt.“ Wer auf Nummer sicher gehen will, was die Qualität der Meisenknödel betrifft, kann sie auch ganz einfach aus Körnermischungen und Rindertalg oder Kokosfett selbst herstellen. Dazu bietet der NABU Anleitungen auf seiner Website an.
Noch wichtiger als Vögel im Winter zuzufüttern aber ist es, Gärten vogelfreundlich zu gestalten: mit Wildobststräuchern wie Holunder und Kornelkirsche, Laub- und Reisighaufen sowie heimischen Stauden, deren Samenstände über den Winter stehen bleiben. In einem so naturnah gestalteten Garten lassen sich auch im Winter viele Vögel sehen und zählen.
Hintergrund
Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum 16. Mal statt. Im vergangenen Jahr haben rund 122.000 Menschen mitgezählt, davon knapp 1.500 in der Region Südost-Niedersachsen. Wer mitmachen will, beobachtet eine Stunde lang die Vögel vor dem Fenster, im Garten oder im Park und meldet die Ergebnisse dem NABU. Von jeder Art wird die höchste Anzahl Vögel notiert, die während der Stunde gleichzeitig gesichtet wurde. Die Beobachtungen können unter www.stundederwintervoegel.de und mit der App „NABU Vogelwelt“ bis zum 19. Januar gemeldet werden.
Angebote für den Schulunterricht
Die NAJU lädt mit der „Schulstunde der Wintervögel“ vom 12. bis 16. Januar alle Kinder ein, die heimischen Wintervögel spielerisch kennenzulernen, zu beobachten und zu zählen. Alle Infos unter www.naju.de/sdw.

