Region. Sie jagen im Dunkeln, orientieren sich mit Ultraschall und verbringen den Tag gut versteckt in Baumhöhlen, Dachböden oder Spalten. Fledermäuse leben mitten unter uns – und bleiben doch oft unsichtbar. Einen Höhepunkt im Fledermausjahr bildet die Internationale Batnight am 29. und 30. August. Auch in der Region Südost-Niedersachsen lädt der NABU dazu ein, Fledermäuse einmal ganz aus der Nähe kennenzulernen. Darauf weist der NABU in einer Pressemeldung hin.
„Fledermäuse sind faszinierende Tiere, die sich mitten unter uns aufhalten, obwohl wir sie oft gar nicht wahrnehmen. Gerade deshalb lohnt es sich, einmal genauer hinzusehen und hinzuhören“, sagt Josefine Stangenberg von der NABU-Regionalgeschäftsstelle Südost-Niedersachsen. „Die Batnight macht die geheimnisvolle Welt der Fledermäuse erlebbar und zeigt gleichzeitig, was wir für ihren Schutz tun können.“
Ein Jahr im Leben einer Fledermaus
Das Fledermausjahr folgt einem besonderen Rhythmus. Nach dem Winterschlaf erwachen die Tiere im Frühjahr und beziehen ihre Sommerquartiere. Die Weibchen versammeln sich dort in sogenannten Wochenstuben und ziehen ihre Jungen auf. Im Spätsommer beginnt die Balz- und Paarungszeit. Jetzt sind die Fledermäuse besonders aktiv und gehen in der Dämmerung und Nacht auf Insektenjagd. Im Herbst fressen sie sich Energiereserven für den nächsten Winter an, bevor sie sich wieder in ihre Winterquartiere zurückziehen.
Dabei sind Fledermäuse wahre Spezialisten der Nacht. Mithilfe der Echoortung stoßen sie Ultraschallrufe aus und können anhand der Echos ihre Umgebung wahrnehmen und Beute aufspüren. Für Menschen bleiben diese Rufe normalerweise unhörbar. Mit einem Bat-Detektor lässt sich die nächtliche Jagd jedoch plötzlich hören.
Mit dem Detektor auf Fledermaussuche
Genau dieses Erlebnis steht bei vielen Veranstaltungen rund um die Batnight im Mittelpunkt. Bundesweit bieten NABU-Gruppen und andere Veranstalter Fledermausführungen, nächtliche Exkursionen, Vorträge und Mitmachaktionen an. Familien können Fledermäuse kennenlernen, Interessierte mehr über deren Lebensweise erfahren und bei Spaziergängen mit dem Bat-Detektor selbst auf die Suche gehen.
„Wer einmal mit einem Bat-Detektor die Rufe einer Fledermaus gehört und die Tiere bei ihrer Jagd beobachtet hat, sieht die Nacht danach mit anderen Augen“, sagt Stangenberg.
Schutz beginnt vor der eigenen Haustür
Die nächtlichen Flugkünstler sind allerdings auf geeignete Lebensräume angewiesen. Alle 25 in Deutschland heimischen Fledermausarten ernähren sich von Insekten. Gleichzeitig gehen durch den Verlust alter Bäume, die Sanierung von Gebäuden und den Rückgang von Insekten wichtige Nahrungs- und Quartierangebote verloren.
Fledermausschutz kann deshalb bereits im eigenen Garten beginnen: Heimische Pflanzen sorgen für ein vielfältiges Insektenangebot. Dunkle, naturnahe Bereiche bieten Jagdmöglichkeiten, alte Bäume sollten möglichst erhalten bleiben. Auch bei Sanierungen gilt es, mögliche Fledermausquartiere zu berücksichtigen und fachgerecht zu schützen.
„Die Batnight ist eine gute Gelegenheit, diese faszinierenden Tiere besser kennenzulernen. Vielleicht ist dies der Moment, in dem aus einem nächtlichen Schatten am Himmel ein ganz besonderes Naturerlebnis wird“, so die Leiterin der Regionalgeschäftsstelle.
Bundesweit Fledermäuse entdecken
Die internationale Batnight findet traditionell am letzten vollständigen Augustwochenende statt. In Deutschland organisiert der NABU zahlreiche Veranstaltungen, so auch in unserer Region. Von der nächtlichen Exkursion mit Bat-Detektor über Vorträge und Familienaktionen bis zu Fledermausbeobachtungen ist vieles dabei. Wer selbst auf Fledermaussuche gehen möchte, findet Veranstaltungen und allgemeine Informationen zur Batnight auf der Homepage der NABU-Regionalgeschäftsstelle Südost-Niedersachsen unter www.NABU-suedostniedersachsen.de.

