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Hilfe, die Wespen kommen



Braunschweig

Hilfe, die Wespen kommen

von Robert Braumann


Momentan kann im Freien kaum etwas gegessen werden, ohne das in wenigen Sekunden gleich mehrere Wespen um einen herumschwirren. Foto: Robert Braumann
Momentan kann im Freien kaum etwas gegessen werden, ohne das in wenigen Sekunden gleich mehrere Wespen um einen herumschwirren. Foto: Robert Braumann Foto: Robert Braumann

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Braunschweig. Momentan kann im Freien kaum etwas gegessen werden, ohne das in wenigen Sekunden gleich mehrere Wespen um einen herumschwirren. Frank Hornig, AG Hornissen, Wespen und Hummeln, NABU Braunschweig, erklärt, warum es in diesem Jahr so viele schwarz-gelbe Flieger gibt und wie man sich im Umgang mit ihnen verhält. 

"In diesem Jahr gibt es im Vergleich wirklich sehr viele Wespen, das kommt immer mal wieder vor, wenn es während der Entwicklungsphase der Völker schon sehr warm ist. Oft sterben viele Nester schon in einer Frühphase ab, weil es zu kalt ist. Das ist in diesem Jahr kaum passiert, deshalb gibt es überall so viele Wespen." Genervt werden wir meist von der Deutschen und der Gewöhnlichen Wespe. Beide Arten sind weit verbreitet und fliegen unter anderem auf alles Süße, erklärt der Experte. Aggressiv wären die Insekten aber keineswegs: "Natürlich kann es sehr unangenehm werden, wenn zehn Wespen um einen herumschwirren, diese sind aber auf der Suche nach Kohlenhydraten und Proteinen und nicht aggressiv. Vielmehr sind sie gierig auf das Essen. Sie bewegen sich schnell und für uns hektisch, weil sie dann besser sehen können", erklärt Hornig. Wirklich aggressiv werden die Insekten nur, wenn man ihr Nest erschüttern würde. Dann gehen Wespen in den Verteidigungsmodus über und das kann unangenehm werden.

Wichtige Helfer


Wespen brauchen im Übrigen für ihren Nachwuchs Proteine. Deshalb jagen sie Mücken, Fliegen und Raupen. Hornig sagt, dass sie dabei fleissiger sind als so mancher Vogel und damit auch eine wichtige ökologische Aufgabe hätten. Wer bei sich ein Nest findet, der sollte am besten an einen Experten wenden. "Einige Völker sterben bereits Anfang August, Ende Juli und müssen nicht mehr entfernt oder umgesiedelt werden. Außerdem sollte es wirklich immer einen guten Grund geben, die Insekten zu entfernen", sagt Hornig.

Wie wird man sie los?


Was man machen kann, um nicht von den Wespen im Freien genervt zu werden? "Alle Hausmittel, die immer wieder in den Umlauf gebracht werden, sind meiner Meinung nach unwirksam. Wenn eine Wespe etwas will, dann lässt sie sich auch nicht von Kaffee, Nelken, Zitrone, Basilikum oder anderen Dingen abhalten. Man kann über einen längeren Zeitraum eine alternative Futterquelle anbieten, zum Beispiel sehr reifes Obst. Das muss aber regelmäßig gemacht werden, um die Insekten daran zu gewöhnen. Das Problem ist dann allerdings, dass es im Garten eine Stelle gibt, an der sich eine Menge Wespen aufhalten." Wer gestochen wird, dem könnten homöopathische Mittel, Salben aus der Apotheke oder auch eine Zitrone helfen. Zudem rät der Experte Getränke und Speisen immer gleich abzudecken und besonders auf Kinder zu achten, damit diese nicht gestochen werden. Bis Ende Oktober werden die letzen Völker sterben, bis dahin müsse man sich in Gelassenheit üben und sich arrangieren, rät Hornig. Mehr wäre momentan einfach nicht drin.


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