whatshotTopStory

Hilfe für Schwangere in Not – pro familia berät zur vertraulichen Geburt

Das Gesetz zur vertraulichen Geburt hat zum Ziel, Schwangere mit Anonymitätswunsch in Notsituationen zu unterstützen.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Pixabay

Artikel teilen per:

19.05.2020

Wolfenbüttel. Angeregt durch den aktuellen Fall des ausgesetzten Neugeborenen in Wolfenbüttel, weist die pro familia Beratungsstelle auf die gesetzliche Möglichkeit der vertraulichen Geburt hin.
 Das Gesetz zur vertraulichen Geburt hat zum Ziel, Schwangere mit Anonymitätswunsch in Notsituationen zu unterstützen. Sie können dadurch kostenlos und anonym Untersuchungen und Begleitung, zum Beispiel durch Hebammen und Ärzten erhalten und das Baby medizinisch begleitet zur Welt bringen. Nach der Geburt wird der Säugling versorgt und gegebenenfalls zur Adoption freigegeben, wenn die Mutter diesem Weg zustimmt. Dies teilt pro familia in einer Pressemitteilung mit.


Aus unterschiedlichen Gründen könne eine Schwangerschaft sehr herausfordernd sein und persönliche, partnerschaftliche oder auch familiäre Krisen auslösen, die eine Frau veranlassen ihre Schwangerschaft zu verheimlichen. Bei pro familia finde eine verständnisvolle und ergebnisoffene Beratung statt, die über Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten aufkläre und gemeinsam mit der Schwangeren Perspektiven bespreche. Für Frauen in Notsituationen könne es daher hilfreich sein schon in der Schwangerschaft eine Beratungsstelle zu kontaktieren. Auch das sei anonym möglich.

Wenn sich eine Frau dann für eine vertrauliche Geburt entscheidet, werde sie unter einem Pseudonym (selbstgewählter Name) in allen zuständigen Einrichtungen, wie beispielsweise Adoptionsvermittlungsstelle, Hebammenpraxen oder auch Kliniken, angemeldet. Den echten Namen der Frau erfahre nur die Beraterin der pro familia Beratungsstelle. Ihr Name werde dort einmalig aufgenommen und versiegelt an das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) geschickt. Da jedes Kind das Recht habe zu erfahren, von wem es abstammt, werden die Daten der Frau im BAFzA aufbewahrt und könnten frühestens nach 16 Jahren vom Kind eingesehen werden. So gelinge es dem Gesetz Schwangere in Notsituationen zu schützen und sie angemessen und vertraulich zu begleiten und den Kindern werde das Recht auf das Wissen ihrer eigenen Herkunft zugesichert.

Frauen, die schwanger sind und sich in scheinbar ausweglosen Situationen befinden, hätten rund um die Uhr die Möglichkeit das bundesweite Hilfetelefon unter 0800 40 40 020 zu erreichen. Informationen und Antworten auf drängende Fragen könnten dort auch in verschiedenen Sprachen gegeben werden.

Lesen Sie auch:



Baby in Gartenhaus ausgesetzt: Für verzweifelte Mütter gibt es Alternativen


zur Startseite