Sie sind hier: Region >

Hilfe für Vanessa -Viele hundert Polizisten ließen sich testen



Braunschweig

Hilfe für Vanessa -Viele hundert Polizisten ließen sich testen

von Anke Donner


Das Team vom medizinischen Dienst der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen betreute die Typisierungsaktion in Braunschweig. Fotos: Anke Donner
Das Team vom medizinischen Dienst der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen betreute die Typisierungsaktion in Braunschweig. Fotos: Anke Donner Foto: Anke Donner

Artikel teilen per:

Braunschweig. Am heutigen Dienstag fand die größte Typisierungsaktionen der Polizei Niedersachsen statt. An vier Standorten, darunter auch Braunschweig, ließen sich hunderte Freiwillige der Polizei Niedersachsen testen.



In der Braunschweiger Polizeidirektion stellten sich bis zum Nachmittag die Beamten zur Verfügung, um sich für eine Stammzellenspende beim Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellenspender-Register registrieren zu lassen.

"Das Schicksal der 26-jährigen Vanessa hat in der Polizei eine große Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Bis zum Mittag haben sich an unseren Standorten Hannover, Braunschweig, Oldenburg und Göttingen bereits mehrere hundert Polizeiangehörige typisieren lassen. Dieses freiwillige Engagement bewegt mich sehr", sagte Polizeipräsidentin Christina Berg. Die im August dieses Jahres festgestellte Leukämieerkrankung bei der Ehefrau von Marco Oberstädt, Angehöriger der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen, ist Hintergrund für die bisher größte Typisierungsaktion in der Geschichte der Polizei Niedersachsen.

Stäbchen rein


<a href= Polizist Lutz Steinke gibt seine Probe ab. Polizeiarzt Dr. Torß-Oliver Schulz und Holger Bischoff von der NKR erklären wie es geht.">
Polizist Lutz Steinke gibt seine Probe ab. Polizeiarzt Dr. Torß-Oliver Schulz und Holger Bischoff von der NKR erklären wie es geht. Foto: Anke Donner



In Kooperation mit dem Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellenspender-Register (NKR) waren am Dienstag an insgesamt vier Standorten der Polizei Niedersachsen potentielle Spenderinnen und Spender aufgerufen, sich registrieren zu lassen. Bereits in den ersten Stunden meldeten sich viele hundert Freiwillige und übergaben den Mitarbeitern des NKR die kleinen Wattestäbchen und den Erfassungsbogen. Mehrere Polizeiärzte begleiteten die Aktion, so auch Dr. Torß-Oliver Schulz in Braunschweig. Hier konnten die Spender gleich noch ihre Fragen zur Stammzellenspende loswerden. Für Fragen aller Art und zur Unterstützung des Typisierungsvorgangs standen zudem Holger Bischoff vom NKR und das Team vom medizinischen Dienst zur Verfügung. Die Typisierung ging ganz einfach und war innerhalb weniger Sekunden abgeschlossen. Nur 30 Sekunden lang werden die Wattestäbchen an der Schleimhaut im Mund gerieben. So werden die Genmerkmale erfasst. "Zehn Merkmale sind für diese Typisierung und eine spätere Spende wichtig", so Holger Bischoff.

Potentielle Spender bereits gefunden



<a href= Auf den Wattestäbchen werden die genetischen Informationen gespeichert. Der Spender erhält eine Registrierungsnummer.">
Auf den Wattestäbchen werden die genetischen Informationen gespeichert. Der Spender erhält eine Registrierungsnummer. Foto: Anke Donner



Für die 26-jährige Vanessa wurden bereits zwei potentielle Spender gefunden, berichtet Diana Wulf von derZentralen Polizeidirektion Niedersachsen. "Die Familie hat jedoch entschieden, die Aktion trotzdem durchführen zu lassen. Einfach um anderen Erkrankten damit vielleicht helfen zu können", so Diana Wulf. Ob einer der Spender tatsächlich für Vanessa Oberstädt in Frage kommt, müssen nun weitere Tests klären. "Jeder, der sich typisieren lässt kommt in die Datenbank des NRK und letztlich in die Datenbank des Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD). Hier laufen alle Datenaus ganz Deutschland zusammen und werden in die ganze Welt vermittelt. Bis zum 61. Lebensjahr werden die Daten dort gespeichert, es sei denn, man lässt den Eintrag löschen. Das geht auch", so Holger Bischoff. Sollte man als Spender in Frage kommen, werden weitere Tests gemacht. Die endgültige Spende wird dann während eines ambulanten Eingriffs vollzogen, in dem die Stammzellen aus dem Blut gefiltert werden. Das "übrige Blut" wird dem Spender gleich wieder zugeführt. "Man kann sich das wie bei einer Dialyse vorstellen. An einem Arm wird das Blut abgenommen und über den anderen Arm wird es gleich wieder in den Körper geführt", erklärt Holger Bischoff.

Pistorius beeindruckt


"Auf die Polizei ist Verlass. Das zeigt auch die aus dem Kollegenkreis ihres Mannes entstandene Initiative für Vanessa und andere an Leukämie erkrankte Menschen. Ich bin ehrlich beeindruckt, wie viele Angehörige tatsächlich dem Appell zu helfen, gefolgt sind. Das ist ein sehr starkes Signal", so der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius am Rande eines Besuchs bei der Typisierungsaktion in Hannover.



https://regionalbraunschweig.de/groesste-typisierungsaktion-der-polizei-niedersachsen/


zur Startseite