Warum wir bei Hitze schlechter denken – und was dem Gehirn jetzt hilft

Wenn es draußen heiß wird, leidet oft die Konzentration. Ein Braunschweiger Neurobiologe erklärt, warum Hitze das Gehirn belastet – und welche einfachen Maßnahmen helfen.

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Bei diesem heißen Wetter will der Kopf nicht wie wir wollen.
Bei diesem heißen Wetter will der Kopf nicht wie wir wollen. | Foto: Rudolf Karliczek

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Region. Sommer, Sonne, schwere Gedanken: Wenn die Temperaturen steigen, fühlen sich viele Menschen müde, unkonzentriert oder langsamer im Kopf. Das ist keine Einbildung. Hitze kann den Körper so stark beschäftigen, dass auch das Gehirn weniger leistungsfähig arbeitet.



Warum das so ist, erklärt Prof. Dr. Martin Korte, Neurobiologe an der TU Braunschweig. Nach seinen Angaben hängt das Gefühl, bei Hitze schlechter denken zu können, unter anderem mit dem Kreislauf zusammen. Normalerweise wird ein erheblicher Teil des Blutes dafür benötigt, das Gehirn mit Sauerstoff zu versorgen. Bei hohen Temperaturen muss der Körper jedoch stärker kühlen. Dadurch kann sich die Versorgung des Gehirns verschlechtern und die Konzentration lässt nach.

Der Körper kühlt, die Konzentration leidet


Bei Hitze weiten sich Blutgefäße, der Körper schwitzt und versucht, seine Temperatur stabil zu halten. Das kostet Energie. Gleichzeitig kann der Blutdruck sinken. Die Folge: Viele Menschen fühlen sich träger, weniger aufmerksam oder schneller erschöpft.

Korte nennt noch einen zweiten Effekt: Das allgemeine Unwohlsein bei Hitze wirkt wie eine Ablenkung. Ähnlich wie bei einem Schmerzreiz wird ein Teil der Aufmerksamkeit gebunden. Der Arbeitsspeicher im Gehirn ist dann nicht mehr vollständig frei. Aufgaben fallen schwerer, Reaktionen können langsamer werden.

Was dem Gehirn bei Hitze hilft


Wichtig ist vor allem, ausreichend zu trinken. Dabei sollte es nicht ausschließlich Leitungswasser sein, wenn man stark schwitzt. Denn mit dem Schweiß verliert der Körper auch Salze und Mineralstoffe. Geeignet sind zum Beispiel Wasser, ungesüßte Tees, Saftschorlen oder bei starkem Schwitzen auch Brühe beziehungsweise elektrolythaltige Getränke.

Auch einfache Kühlung kann helfen: Kopf, Nacken oder Unterarme mit kühlem Wasser abspülen, körperliche Anstrengung in die Morgen- oder Abendstunden verlegen und möglichst Schatten oder kühle Räume aufsuchen. Wer merkt, dass die Konzentration nachlässt, sollte Pausen einplanen und wichtige Aufgaben nicht in die heißeste Tageszeit legen.

Warnzeichen ernst nehmen


Hitze ist nicht nur unangenehm, sondern kann gesundheitlich gefährlich werden. Schwindel, Verwirrtheit, starke Erschöpfung, Kopfschmerzen oder Kreislaufprobleme sollten ernst genommen werden. Besonders ältere Menschen, Kinder, Schwangere sowie Menschen mit Vorerkrankungen sollten bei hohen Temperaturen vorsichtig sein.

Dieser Artikel, mit den Experten-Aussagen von Prof. Dr. Martin Korte erschien ursprünglich in einer ersten Fassung im Jahr 2022, wurde inhaltlich auf Aktualität überprüft und überarbeitet veröffentlicht.

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