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Helmstedt: Impf-Eklat um Helios-Chefarzt - Niedergelassen Ärzte stellen Zusammenarbeit in Frage



Impf-Eklat um Helios-Chefarzt - Niedergelassen Ärzte stellen Zusammenarbeit in Frage

Das Helios-Klinikum distanziert sich erneut von den Aussagen von Dr. Jozef Rakicky. Ob es personelle Konsequenzen gibt, lässt man offen.

von Alexander Dontscheff


Symbolbild
Symbolbild Foto: pixabay

Helmstedt. Der Streit um den Chefarzt der neurologischen Abteilung der Helios St. Marienberg Klinik Dr. Jozef Rakicky geht in die nächste Runde. Nach kritischen Äußerungen des Arztes zum Thema Impfen auf einer Kundgebung in Wolmirstedt (Sachsen-Anhalt), haben sich nun fast alle niedergelassenen Ärzte aus Königslutter mit einem gemeinsamen Schreiben an das Helios Klinikum gewandt und ein Statement gefordert. Wie das Klinikum darauf reagiert, teilt man uns auf Anfrage mit.



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In dem Schreiben verwahren sich die Ärzte nicht nur gegen die Behauptung, man würde vor allem aus finanziellen Gründen impfen, man möchte auch dem Eindruck entgegen treten, es würde eine relevante Anzahl an schweigenden Ärzten geben, die die Ansicht Rakickys teilten. Außerdem wird eine zeitnahe Stellungnahme des Klinikums bezüglich der Aussagen Rakickys gefordert beziehungsweise Belege für die Behauptungen zur Häufung von relevanten Impfnebenwirkungen, so es sie denn gebe. Die Ärzte zweifeln sogar daran, dass ihre Patienten in der neurologischen Abteilung des Klinikums noch gut aufgehoben seien und stellen die Zusammenarbeit in Frage.



"Nicht die Meinung von Helios"


Auf Anfrage von regionalHeute.de stellt Helios-Pressesprecherin Lisa Iffland noch einmal klar, dass man sich von den Äußerungen von Dr. Jozef Rakicky klar distanziere. Er vertrete als Privatperson ausdrücklich nicht die Meinung von Helios. Außerdem möchte man noch einmal deutlich machen, dass Helios klar hinter dem Impfen gegen Covid-19 stehe. Es habe vermehrt Impfangebote und -kampagnen in der Klinik gegeben und auch unter den Mitarbeiter könne man eine hohe Impfquote bestätigen.


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In der Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt würden jährlich rund 16.000 stationäre und 21.000 ambulante Patienten behandelt. "Seit Beginn der im Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie gestarteten Impfkampagne Ende Dezember 2020 wurden auch bei uns Menschen mit Verdacht auf Impfreaktionen und –nebenwirkungen behandelt. Eine Statistik hierüber führen wir nicht und verweisen in dem Zusammenhang auf Erhebungen des Paul-Ehrlich-Instituts", so Iffland. Zudem sei wichtig zu berücksichtigen, dass ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen einer Impfung und einer Erkrankung naturgemäß und in der Regel nicht nachgewiesen oder ausgeschlossen werden könne. "Definitiv falsch ist jedoch, dass wir täglich Menschen mit schweren Impfschäden behandeln. Dass wir entsprechende Fälle aktiv vertuschen würden, weisen wir entschieden von uns", so die Kliniksprecherin.


Das Schreiben der niedergelassenen Ärzte habe die Klinik am heutigen Freitag erreicht. Man habe großes Interesse, die gute Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten in Helmstedt und der Region beizubehalten. Man habe seitens der Klinik bereits gestern das Gespräch mit der Kassenärztlichen Vereinigung in Helmstedt und dem Ärzteverein Helmstedt, gesucht. "Wir werden außerdem weitere Niedergelassene aus der Region kontaktieren und ihnen jederzeit einen Termin anbieten, falls Gesprächsbedarf besteht", betont Iffland.

Personelle Konsequenzen?


Ob Rakicky personelle Konsequenzen zu befürchten hat, lässt das Klinikum offen. "Wir führen derzeit Gespräche mit Herrn Dr. Rakicky. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns zu Personalangelegenheiten auch aus Gründen des Datenschutzes nicht weiter äußern können", so Lisa Iffland.


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