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In Wolfenbüttel fehlen 560 Fahrrad-Stellplätze

von Werner Heise


Alexander Wijgers vom mtg-Planungsbüro aus Hannover stellte die Ergebnisse seiner Analyse im städtischen Bauausschuss vor. Fotos: Werner Heise
Alexander Wijgers vom mtg-Planungsbüro aus Hannover stellte die Ergebnisse seiner Analyse im städtischen Bauausschuss vor. Fotos: Werner Heise Foto: Werner Heise

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07.02.2018

Wolfenbüttel. In der Stadt Wolfenbüttel fehlen 560 Stellplätze für Fahrräder. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des "mtg Planungsbüros" aus Hannover, die Dienstagabend im Bauausschuss vorgestellt wurde.


In der Analyse wurden die Standorte der vorhandenen Abstellanlagen für Fahrräder auf deren Qualität sowie Auslastung untersucht. Außerdem wurden sogenannte Wildparker erfasst. Hierzu zählen Räder, die entweder mangels Platz neben einer Anlage oder gar ganz woanders abgestellt wurden. Insgesamt habe man fünf Zählungen an fünf unterschiedlichen Terminen vorgenommen, bei denen das innerstädtische Gebiet und der Neue Weg berücksichtigt wurden. Nicht hinzugezählt wurde die Sondersituation am Schloss, mit dem schulbedingten Radverkehr.

Pendler sind betroffen


Bereits während der Wochenmarktzeiten am Mittwoch gebe es eine "extreme Überlastung" der Fahrrad-Abstellanlagen in der Fußgängerzone, berichtet mtg-Geschäftsführer Alexander Wijgers. Aber auch zu anderen Zeiten leuchten einzelne Bereiche auf der von Wijgers entworfenen Übersichtskarte rot auf. Hier wird auch eine Überlastung der vorhandenen Plätze an der Bushaltestelle Räubergasse und am Bahnhof deutlich. Beides wichtige Punkte für Pendler. Allein am Bahnhof weist die Analyse einen potentiellen Bedarf von 280 Fahrrad-Stellplätzen auf, 70 sind vorhanden.


Ein Fahrrad-Parkhaus am Bahnhof



Am Bahnhof gibt es nicht genügend Stellplätze für die Pendler. Foto: Werner Heise



Alexander Wijgers hat sich auch mit möglichen Maßnahmen für eine Verbesserung der Situation beschäftigt und spricht Empfehlungen aus. Neben der Erweiterung vorhandener und dem gänzlichen Neubau von Abstellanlagen, schlägt der Planer auch eine Aufwertung vor. So könne man die Attraktivität der Fahrrad-Stellplätze in der Okerstraße, auf Höhe Rossmann, durch eine Überdachung und die Ausweisung als Anhänger-Parkplatz steigern. Am Bahnhof sieht Wijgers künftig eine Dauer-Abstellanlage, eine Art Parkhaus für Fahrräder. Hier könne man zunächst klein anfangen und das "Fahrradhaus" in modularer Aufbauweise nach Bedarf erweitern.

Auto-Parkplätze müssten weichen


Mit den Ausarbeitungen des Planungsbüros müssen sich jetzt die Verwaltung und die Stadtratsfraktionen auseinandersetzen und beraten. Sollte sich die Politik gänzlich nach den Empfehlungen der Analyse richten, so würden durch die Erweiterungs- und Neubaumaßnahmen neun Auto-Parkplätze wegfallen. Im Gegenzug erhalte man jedoch 54 Stellplätze für Fahrräder, erklärt Wijgers. Er weiß aber auch: "Egal was wir tun, wir werden nicht jeden Wildparker verhindern können."


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