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Integration an Schulen – Was wird gebraucht?



Wolfenbüttel

Integration an Schulen – Was wird gebraucht?

von Jan Borner


Um die Integrationsarbeit zu verbessern, sehen die Schulen auch noch Handlungsbedarf. Symbolbild. Foto: Anke Donner
Um die Integrationsarbeit zu verbessern, sehen die Schulen auch noch Handlungsbedarf. Symbolbild. Foto: Anke Donner Foto: Anke Donner)

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Wolfenbüttel. 361 Flüchtlingskinder besuchen aktuell die Schulen im Kreisgebiet. Vor allem in der Stadt Wolfenbüttel (143 Kinder) und in der Samtgemeinde Elm-Asse (102 Kinder) gibt es daher viele Schülerinnen und Schüler, die noch nicht richtig deutsch sprechen können. Für die sprachliche Förderung dieser Kinder wählen die Schulen unterschiedliche Methoden. Um die Integrationsarbeit zu verbessern, sehen die Schulen allerdings auch noch Handlungsbedarf.

Die Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe hat gemeinsam mit dem Referat für Schule und Sport eine Umfrage an den Schulen im Kreisgebiet durchgeführt. Ziel dieser Umfrage war es, zu ermitteln, wie die Schulen die Sprachförderung für nicht-deutschsprachige Kinder handhaben und wo die Schulen noch Handlungsbedarf sehen. Bei der Umfrage wurde zunächst deutlich, dass die Schulen unterschiedliche Wege wählen, um die nicht-deutschsprachigen Schüler zu fördern. Vielfach würden sich die Schulen in der Findungsphase nach einer adäquaten und passgerechten Förderung der in den letzten Monaten neu angekommenen Kinder mit Fluchtgeschichte befinden, heißt es seitens der Kreisverwaltung. An manchen Schulen werden die nicht-deutschprachigen Kinder komplett in ihren Sprachlernklassen beschult, an manchen gibt es aber auch eine teilweise Eingliederung in die Regelklassen und an der Elm-Asse-Schule in Schöppenstedt beispielsweise verbleiben die Kinder grundsätzlich in ihrer Stammklasse und erhalten stundenweise Unterricht in einer Sprachlernklasse.

Inklusiver Unterricht an Grundschulen


"Insbesondere an den Grundschulen (mit zum Teil geringen Zahlen an geflüchteten Schüler/innen) besteht die Erfahrung und Überzeugung, dass eine inklusive Beschulung von nicht-deutschsprachigen Kindern in den Regelklassen erfolgversprechend ist", heißt es in einem Fazit der Kreisverwaltung. Die Schaffung von Vertrauen und eines Schutzraumes in der Klassengemeinschaft und der Schule sei hier von hohem Stellenwert für die geflüchteten Kinder.

Was wird gebraucht?


Viele Schulen äußerten in der Umfrage den Wunsch nach zusätzlicher sozialpädagogischer Unterstützung. Der Jugendhilfeausschuss hat deshalb bereits in seiner jüngsten Sitzung einen Ausbau der sozialpädagogischen Arbeit an den Schulen empfohlen (regionalHeute.de berichtete). Wie die Kreisverwaltung berichtet, werde von den Schulen die Bereitstellung von Integrations- und Orientierungshilfen für Flüchtlingskinder, sowie die Durchführung von Sozialtrainings gefordert. In einzelnen Sprachlernklassen würde es nämlich Konflikte und Diskriminierungen geben, und zwar sowohl innerhalb der heterogenen Sprachlernklasse als auch in Bezug auf die allgemeine Schülerschaft. Dies mache, so die Kreisverwaltung, Sozial- und Respekttrainings aller Beteiligten dringend erforderlich. Für eine bessere Kommunikation mit den Eltern gibt es an vielen Schulen auch die Nachfrage nach Übersetzern. Auch ein Bedarf an Lehr- und Schulmaterialien sei vorhanden. Zudem würden die Schulen ein großes Interesse an der Möglichkeit einer externen Sprachförderung zeigen, die nach dem individuellen Ermessen der Schule mit der schulischen Sprachförderung abzustimmen ist, erklärt die Kreisverwaltung. Aber auch eine Stundenausweitung für die bereits bestehenden Sprachlernklassen werde gewünscht.

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