Sie sind hier: Region >

"Inzidenz allein kein Grund zur Panik" - Keine weiteren Maßnahmen in Salzgitter



"Inzidenz allein kein Grund zur Panik" - Keine weiteren Maßnahmen in Salzgitter

Die Inzidenz in Salzgitter liegt heute bei fast 1.000. Oberbürgermeister Frank Klingebiel setzt auf die Eigenverantwortung der Bürger.

von Alexander Dontscheff


Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel. Archivbild
Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel. Archivbild Foto: Alexander Dontscheff

Salzgitter. Die Zahl der Neuinfektionen in Salzgitter ist in den letzten Wochen und Tagen nahezu explodiert. Lag die 7-Tage-Inzidenz am 1. Januar noch bei 178,7 stieg sie am 7. Januar auf 304,2, am 14. Januar auf 526,6 und am heutigen Freitag auf 991,7. Doch für Oberbürgermeister Frank Klingebiel ist die Inzidenz allein kein Grund für Panik und Hektik, wie er heute im Rahmen einer Online-Pressekonferenz verriet.



Lesen Sie auch: Steigende Infektionszahlen: Ministerpräsident sieht keinen Grund für Verschärfungen


Die Lage sei heute eine ganz andere als vor einem Jahr, als die Stadt Salzgitter mit einer Inzidenz von über 300 bundesweiter Spitzenreiter war. Selbst mit der Situation vom Herbst könne man die Lage aufgrund von Omikron nicht mehr vergleichen. Es seien viele Menschen geimpft und geboostert, und bei diesen nehme eine Infektion mit der neuen Variante nur äußerst selten einen schweren Verlauf.



In beiden Salzgitteraner Krankenhäusern gebe es zusammen gerade einmal zehn Patienten, wovon einer auf der Intensivstation liege. Man habe daher momentan nicht vor, weitere Maßnahmen zu ergreifen, so Klingebiel, der aber darauf hinweist, dass es in Salzgitter bereits jetzt über die Corona-Verordnung des Landes hinaus gehende Vorschriften gebe. Als Beispiele nannte er die erweiterte FFP2-Maskenpflicht auf Märkten und in der Eissporthalle sowie die von der Stadt selbst finanzierten regelmäßigen Pooltestungen in Altenheimen.

Präsenzunterricht hat Priorität



Derzeit seien in Salzgitter auch nur zwei Pflegeeinrichtungen mit jeweils einem Fall betroffen. Pandemietreiber seien da eher Kitas, von denen 26 betroffen sind. Bei den Schulen sind es 49 Klassen an acht Schulen. Letztere offen zu halten habe laut Anweisung des Niedersächsischen Kultusministeriums oberste Priorität. Durch das regelmäßige Testen sei man hier auf einem guten Weg. Bei den Kitas sei das schwieriger, da hier weder Maske tragen noch Abstandsgebot realistisch sein, erklärte Gesundheits- und Bildungsdezernent Dr. Dirk Härdrich in derselben Pressekonferenz. Man sei aber dabei zu prüfen, inwieweit auch hier Pooltestungen möglich seien.

Lesen Sie auch: Kultusminister eklärt: Warum die Testpflicht nicht für alle Schüler gilt



Auch wenn man die hohe Inzidenz nicht überbewerte, bedeute dies nicht, dass man die Lage nicht ernst nehme, betonte Frank Klingebiel. "Wir sind nach wie vor in einer angespannten Lage. Aber wir haben schon alle Maßnahmen ergriffen, die sinnvoll erscheinen", betonte der Oberbürgermeister. Diese seien auch schon jetzt recht einschneidend. Statt weiterer Beschränkungen setze er auf die Eigenverantwortung der Bürger. Das bedeute Maske tragen, Abstand halten und sich impfen lassen, um einen schweren Verlauf zu verhindern.

Engpässe nicht in Sicht


Dass es aufgrund von einem hohen Krankenstand zu Engpässen in der kritischen Infrastruktur kommen könne, sei derzeit nicht in Sicht. Allerdings bedeuteten die hohen Fallzahlen, dass auch in Salzgitter nicht mehr alle Kontaktpersonen von Infizierten durch das Gesundheitsamt angeschrieben werden können. Hier sei die Selbstverantwortung der Infizierten gefragt.


zum Newsfeed