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Inzidenz in Goslar so hoch wie nie: Ausgangssperren könnten kommen



Goslar

Inzidenz in Goslar so hoch wie nie: Ausgangssperren könnten kommen

Weitere Verschärfungen der bestehenden Corona-Regeln könnten bereits in der kommenden Woche greifen.

(Symbolbild)
(Symbolbild) Foto: Marvin König

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Goslar. Auch im Landkreis Goslar steigen die Corona-Infektionszahlen seit Tagen deutlich an. Stand am heutigen Freitag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 89,6, der höchste Wert seit Beginn der Pandemie im März vergangenen Jahres. Die markante Schwelle von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen, ist also nicht mehr weit entfernt. Weitere Verschärfungen der bestehenden Corona-Regeln könnten bereits in der kommenden Woche greifen. Dazu zählen unter anderem weitere Kontaktbeschränkungen und möglicherweise Ausgangssperren. Dies teilt der Landkreis Goslar mit.



Landrat Thomas Brych verfolge die aktuelle Entwicklung mit großer Sorge. „Bisher sind wir im Landkreis Goslar recht gut durch diese Krise gekommen. Über einen Zeitraum von drei Wochen gehörten wir sogar zu den Regionen mit den bundesweit niedrigsten Corona-Infektionen. Dies ist nun aber auch bei uns vorbei, wie die täglich steigenden Zahlen belegen“, so der Chef der Goslarer Kreisverwaltung.

Der Anstieg bei den Covid-19-Fällen könne nicht auf einzelne größere Ausbruchsgeschehen zurückgeführt werden, wie es beispielsweise zum Ende vergangenen Jahres war. „Die Infektionen treten in der Fläche auf. Der Großteil der Ansteckungen geht auf Zusammenkünfte im privaten Bereich zurück. Hier spielt inzwischen die britische Virusmutante die entscheidende Rolle. Diese ist sehr viel ansteckender und verbreitet sich rasend schnell. Während sich im letzten Jahr Familienangehörige nicht unbedingt beim sogenannten Indexfall infiziert haben, trifft dies jetzt zu. Wurde ein Coronafall in einer Familie festgestellt, folgen ein paar Tage später die Familienangehörigen und Kontaktpersonen. Laut Aussage unseres Gesundheitsamtes ist dieser Zusammenhang sehr auffällig“, erläutert der Landrat die gegenwärtige Situation.


Nähe zu Salzgitter


Für die Schüler und Schülerinnen der Oberschule Liebenburg habe die Nähe zur Nachbarstadt Salzgitter, die als Hochinzidenzkommune gilt, ab Montag Auswirkungen. Eine große Zahl von Schülern, die die Schule am Schloß besuchen, komme aus Salzgitter. Mit über 300 sei die Inzidenz dort besonders hoch, weshalb der Landkreis angeordnet habe, dass die Schülerinnen und Schüler nun jeden Tag einen Corona-Schnelltest durchführen müssen. Die notwendigen Testkits für die täglichen Abstriche daheim würden von der Kreisverwaltung bereitgestellt werden. Landrat Brych bezeichne diese Maßnahme aus Gründen des Gesundheitsschutzes als dringend notwendig: „Ich bin mir bewusst, dass wir für diesen Schritt nicht von überall Applaus ernten werden. Wir werden das Virus auch nicht wegtesten. Die Situation ist aber ernst, und wir wollen und müssen im ohnehin sensiblen Schulbereich so umsichtig wie möglich agieren.“

Wie sich der Schulbetrieb in den kommenden Wochen generell entwickeln werde, vermag Brych noch nicht abschließend zu sagen. „Überschreiten wir die Marke von 100 Neuinfektionen und behalten diesen Wert über mindestens drei Tage bei, dann wird es mit Blick auf den Schulbetrieb Änderungen geben müssen, das ist von Landesseite ja auch entsprechend vorgegeben“, so der Landrat. Grundsätzlich hofft Brych weiterhin auf das Mitwirken aller Bürgerinnen und Bürger. „Die Impfkampagne kommt voran, dennoch liegen nun nochmals harte Wochen vor uns. Ich möchte Sie alle ganz herzlich darum bitten, Kontakte zu reduzieren und die nötigen Hygieneregeln zu beachten. Nur gemeinsam können wir das Infektionsgeschehen drosseln“, erklärt Brych abschließend.



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