Braunschweig. Die Preise steigen in allen Lebensbereichen. Nicht nur für Benzin und Diesel müssen die Menschen spürbar tiefer in die Tasche greifen, sondern auch für Lebensmittel. Wer in diesen Tagen durch die Innenstädte der Region bummelt und sich eine Pause in einem schönen Café oder Restaurant gönnen möchte, wird die Preissteigerungen ebenfalls bemerken. Manch einer mag mutmaßen, die hohen Preise in der Gastronomie würden vor allem den Gastronomen selbst dienen. Doch so einfach ist es nicht.
Das Buchcafé SISI LOU aus Braunschweig hat vor wenigen Tagen auf eine Rezension bei Google reagiert. Eine Besucherin hatte dort zunächst von ihren guten Erfahrungen in dem Café berichtet und dafür auch vier von fünf Sternen vergeben. Allerdings monierte sie auch die dortigen Preise, die ihrer Meinung nach "sehr hoch" gewesen seien. Das nahm Caféinhaber Markus Ehrlich zum Anlass, um zu fragen: "Sind wir zu teuer?". Zeitgleich rechnete er vor, woraus sich der Preis in seinem Betrieb zusammensetzt. Als Beispiel führte er den angebotenen Cappuccino an, der dort aktuell 4,20 Euro kostet. Er räumte auch gleich zu Beginn ein, daran "ganz gut" zu verdienen.
So setzt sich der Preis zusammen
Jedoch würden auch sein Team und er die Teuerung bei den Lebensmitteln beim wöchentlichen Einkauf spüren und das schlage sich früher oder später auf der Preisliste des Cafés nieder. Von den für den Cappuccino veranschlagten 4,20 Euro würden allein 43 Cent für die Kaffeebohnen zu Buche schlagen, weitere 17 Cent koste die Milch. Noch höher sei der Anteil der ans Finanzamt gehe: Das wolle ganze 67 Cent Mehrwertsteuer pro Tasse haben. Unter dem Strich blieben somit 2,93 Euro übrig. Dies sei allerdings nicht der Gewinn, sondern lediglich der Deckungsbetrag. Davon müsse man noch Kosten für Dinge wie Miete, Strom und Versicherungen abziehen. Und natürlich auch die Gehälter der Mitarbeiter.
Am Ende bleibe bei einem Café in dieser Größenordnung eine Marge von zehn bis zwanzig Prozent – nicht pro Tasse, sondern insgesamt. Dass man sich als Cafébetreiber "die Taschen voll" mache, sei somit leider ein Gerücht.

