Sie sind hier: Region >

Ist unsere Dorfstruktur noch zu retten?



Wolfenbüttel

Ist unsere Dorfstruktur noch zu retten?


Die Grüne Europakandidatin Viola von Cramon mit den Grünen Angela Bösselmann, Philipp Schöniger und Nico Söhnel (v. li.). Foto: Bündnis 90/Die Grünen
Die Grüne Europakandidatin Viola von Cramon mit den Grünen Angela Bösselmann, Philipp Schöniger und Nico Söhnel (v. li.). Foto: Bündnis 90/Die Grünen Foto: privat

WhatsApp
facebook
Twitter
LinkedIn
E-Mail

Wolfenbüttel. Bei der Veranstaltung „EU-Fördermittel im Braunschweiger Land“ des Wolfenbütteler Kreisverbands von Bündnis 90/Die Grünen stellte Lutz Bernsau, Projektentwickler aus Brilon, den Gästen in Baddeckenstedt eine Onlinevermarktung regionaler und biologischer Produkte und seinen Onlineshop „Hofladen Portal“ vor. Das berichtet der Grüne Kreisverband.



Ziel und Zweck der Plattform ist es, die lokalen Märkte besser zu bündeln und gleichzeitig das Angebot auch einem größeren Kundenkreis bekannt zu machen. Lutz Bernsau, der selbst lange in Menorca gelebt hat, war beispielsweise auch der Bezug von Naturprodukten aus Spanien für den Aufbau dieser Plattform über die Region hinaus wichtig. Ziel sei, einen Marktplatz für regionale Produkte zu schaffen, der die Talente der Erzeuger widerspiegele und die Bedürfnisse des Marktes erfülle. „Eine vertrauensvolle Präsenz bei den Erzeugern und höchste Kundenzufriedenheit sind entscheidende Faktoren des Alleinstellungsmerkmales unserer Idee“, so Bernsau.

Aussterben der Dörfer droht


Die Grüne EU-Kandidatin Viola von Cramon, die als Diplom Argraingenieurin die Situation in den ländlichen Räumen kennt und jahrelang mitverfolgt hat, sieht bereits an vielen Orten ein tatsächliches Aussterben der Dörfer. Eine Online-Vermarktung regionaler Produkte hält sie als zweites Standbein der regionalen Erzeugerinnen und Erzeuger für eine gute Idee. Darüber hinaus kann selbstverständlich der regionale Ausbau von Versorgungsstrukturen, zum Beispiel über Solidargemeinschaften ein anderer Schwerpunkt sein. Das wurde auch mehrheitlich von den Gästen, die überwiegend regionale Erzeuger waren, so gesehen. Sie möchten vor allem den direkten Kundenkontakt zu den Lebensmitteln erhalten oder sogar wieder stärken. Wertschätzung der landwirtschaftlichen Arbeit dürfe nicht weiter durch Preissenkungen etwa in Diskountern verloren gehen.



Dazu stehen hohe Summen von EU-Fördergeldern zur Verfügung, die insbesondere auch bei den Erzeugern ankommen sollten. Der Landkreis Wolfenbüttel hatte im Juni 2018 eine EU-Förderung ZILE erhalten für das Projekt „Marktplätze“, dessen genaue Höhe jedoch nicht bekannt ist. Die Gäste wünschten sich darüber mehr Transparenz. Das Landvolk habe bereits eine eigene Marke “von uns“ mit dem Ziel der Vermarktung in die Supermärkte über das Projekt „Marktplätze im Braunschweiger Land“ erstellt. Das Label „BL“ für die Marktplätze im Braunschweiger Land, welches für die Erhaltung der Dorf- und Hofläden steht, ist jedoch noch nicht so bekannt.


zum Newsfeed