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Jochen-Konrad Fromme zu Gast bei der Senioren-Union



Wolfenbüttel

Jochen-Konrad Fromme zu Gast bei der Senioren-Union


Jochen Konrad Fromme (stehend) informierte und diskutierte mit den CDU Senioren im “Hotel Forsthaus“. Foto: Dieter Lorenz
Jochen Konrad Fromme (stehend) informierte und diskutierte mit den CDU Senioren im “Hotel Forsthaus“. Foto: Dieter Lorenz Foto: privat

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Wolfenbüttel. Monika Bötel, Vorsitzende der Senioren-Union begrüßte kürzlich den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Jochen-Konrad Fromme zu einer Diskussion zum Thema Europäische Union im Hotel Forsthaus.



„Wo steht Deutschland in Europa und in der Welt“, wollten die CDU Senioren von einem erfahrenen Politiker wissen. Der Referent benötigte keine Warmlaufphase, um die Probleme direkt und deutlich anzusprechen. Es gehe uns in Deutschland gut. Wir hätten einen Beschäftigungsrekord, ein hohes Steueraufkommen, Gleichheit von Mann und Frau, Frieden und Demokratie. Aber diese Lage in Deutschland sei bedroht. Die Lage in Europa sei instabil. Ein Staatsvolk, das sich nicht wehre, gehe unter. Die Politik müsse Entscheidungen treffen und dürfe sich nicht gegenseitig die Schuld an der Situationen vorwerfen.

Nach dem Ende des Kalten Krieges war man der Meinung, dass nun alles gut wäre. Innere und äußere Feinde gab es nicht mehr und als Land in der Mitte meinte man auf einmal, dass man sich nach Innen und Außen nicht mehr gegen solche Eventualitäten wappnen müsste. Darum wurden die Polizei der Länder und die Bundeswehr radikal verkleinert. Der Bundesgrenzschutz wurde ganz abgeschafft. Es gab ja keine Grenzen mehr, die geschützt werden müssten. Das Material der Bundeswehr wurde verbraucht, viele Kasernen geschlossen und plötzlich sollten die Reste der Bundeswehr im Ausland fremde Völker schützen, obwohl weder die Personalstärke noch der Materialbestand vorhanden ist. Die Einsatzfähigkeit von Flugzeugen, Schiffen und landgebundenen Waffen sei äußerst gering. Sie seien größtenteils nicht einsatzfähig. Sogar neu angeschaffte Transportflugzeuge erbrächten ihre geplante Leistung nicht und seien nur mit jahrelanger Verzögerung lieferbar, wobei sie dann schon wieder veraltet seien. Das seien Tatsachen, die schnell geändert werden müssten. Man müsse in der Politik endlich Entscheidungen treffen.


Fromme wies eindringlich auf folgendes hin: "Europa ist für uns Deutsche in erster Linie das Instrument der Friedenssicherung. Alles andere ist zweitrangig. Das müssen wir den Menschen - insbesondere den jüngeren - klar machen. 70 Jahre Frieden hat es in Deutschland noch nie gegeben. Das verdanken wir der europäischen Einigung." Es schloss sich eine angeregte Diskussion an, wobei auch verschiedene Meinungen vertreten wurden. Auch die Talk-Show von Anne Will letzten Sonntag war ein Thema. Die verklausulierten Aussagen der Politiker wurden ganz verschieden ausgelegt. Klare Antworten gab es nicht. Die Vorsitzende Monika Bötel dankte Jochen-Konrad Fromme für seine offenen Worte in dieser schwierigen Zeit und die Versammlung dankte es ihm mit einem herzlichen Applaus.



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