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"Kirmes to go" auf dem Messegelände - Ein bisschen Schützenfest in Corona-Zeiten

Mit dieser Idee wollen die Schausteller aus der Region der Pandemie trotzen.

von Marvin König


Diesen Anblick soll auch 2020 niemand vermissen müssen - Die Schausteller haben sich eine "Kirmes to go" überlegt, die auch in Corona-Zeiten die schönsten Leckereien aus der Schützenfest-Zeit bieten soll. (Symbolbild)
Diesen Anblick soll auch 2020 niemand vermissen müssen - Die Schausteller haben sich eine "Kirmes to go" überlegt, die auch in Corona-Zeiten die schönsten Leckereien aus der Schützenfest-Zeit bieten soll. (Symbolbild) Foto: Pixabay

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17.05.2020

Braunschweig. Wie in vielen anderen Branchen auch hat die Corona-Krise im Schaustellergewerbe vorerst zu einem Totalausfall der Einnahmen seit dem Ende der Weihnachtsmärkte geführt. Diese Lage werde sich auch bis zum 31. August nicht ändern. Um trotzdem aktiv zu bleiben, kündigt der Schaustellerverband Region Harz und Heide e.V. nun eine "Kirmes to Go" auf dem Messegelände in Braunschweig an. Die Details erklärt der Verband in einer Pressemitteilung.


"Wir Schausteller sind es gewohnt uns in jeder Lebenslage selbst zu helfen. Normalerweise würden wir jetzt den Besuchern auf dem Festplatz am Allersee in Wolfsburg auf einem der größten Volks und Schützenfeste in Niedersachsen Freude, Genuss und Unterhaltung bieten.
Deshalb versuchen wir dieses Vorhaben als "Kirmes to-go" auf dem vorderen Bereich auf dem Messegelände in Braunschweig an der Eisenbütteler Strasse durchzuführen", erklärt Thomas Bronswyk, stellvertretender Vorsitzender des Schaustellerverbandes.

Beginnen wolle man am Mittwoch, dem 20. Mai um 12 Uhr mit der Veranstaltung. Im ersten Schritt bieten man die Produkte bis zum 7. Juni dort an. Bei Erfolg der Veranstaltung sei eine Verlängerung angedacht. "Sie müssen sich vorstellen, das die Ihnen bekannten Speisen, die man als Volksfest-typisch bezeichnen kann", kündigen die Bronswyk an. Unter Einhaltung der Abstandsregeln und auch aller sonstigen Hygienevorschriften wolle man den Menschen die Möglichkeit bieten, auch in dieser besonderen Zeit an alle klassischen Kirmes-Leckereien zu kommen.

Die Schlemmermeile soll täglich von 12 bis 21 Uhr geöffnet sein. Acht bis neun Stände soll es zunächst geben - Die unklare Zahl rühre daher, dass noch ein Platz frei sei. Bronswyk zählt auf, was die Besucherinnen und Besucher vor Ort erwarten können: "Schmalzkuchen, Bratwurst, Currywurst, XL Hamburger, XL Hotdogs, Chicken Wraps, Pommes Frites mit diversen Spezialsaucen, Soft-Eis, Crêpes, Churros, Fischdelikatessen, Mandeln, Süßigkeiten aller Art, Lebkuchenherzen, kandiertes Obst, und vieles mehr!"

So wird die Kirmes-Schlemmermeile aussehen


Die Mini-Kirmes kann bequem per Auto, Fahrrad oder zu Fuß erreicht werden. "Man kann auch mit dem Auto in den Parcours, irgendwo anhalten und die Stände betreten. Vor den Ständen kann man in einem abgesperrten Bereich an die Tresen herantreten und auf dem Boden werden Abstandsmarkierungen angebracht", erklärt Bronswyk im Gespräch mit unserer Online-Zeitung. Die Stände werden mit Abstand zueinander stehen und Trennwände haben, um Kontakte untereinander zu vermeiden. Zwischen "Verkaufsraum" und den Kunden sorgt eine Plexiglas-Scheibe für Sicherheit. "An Stehtischen, die von den Ständen entfernt und mit Abstand zueinander stehen kann man sein Essen dann zu sich nehmen, oder es einfach mit nach Hause nehmen." Eine Mundschutzpflicht werde nicht bestehen, da sich die Kunden ja unter freiem Himmel aufhalten. Des Weiteren werde es zwischen den Ständen Möglichkeiten zur Desinfektion und zum Händewaschen geben.

Wichtig sei Bronswyk, dass man nicht versuchen wolle, ein richtiges Schützenfest zu simulieren. So sei von der Verwaltung zum Beispiel untersagt worden, Musik zu spielen: "Es soll ja keinen Veranstaltungs-, sondern einen Versorgungscharakter haben. Da darf ja auch kein falscher Eindruck entstehen."

"Das war der Worst Case"


Für die Schausteller ist dieser Versuch auch mit Hoffnung verbunden. Denn nach den Weihnachtsmärkten habe man - wie jedes Jahr - in die Stände und Attraktionen investiert, damit diese auch für den kommenden Sommer gerüstet sind, ansprechen und den Besuchern Spaß machen können. "Und gerade als es losgehen sollte, ging die Pandemie los. Das war der Worst Case. Nach der Winterpause verlängerte sich die Winterpause ins Unermessliche."

Bronswyk versucht mit seinem Schaustellerverband zurzeit in mehreren Städten in der Region Konzepte zu erarbeiten und umzusetzen, um irgendwie in der Corona-Krise tätig werden zu können. "Wir versuchen unseren Vereinsmitgliedern irgendwie auch ihren Lebensunterhalt zu ermöglichen. Wir brauchen Hilfe, das ist klar. Es ist aber nicht nur auf der finanziellen Ebene schlimm für uns. Wir machen das, was wir tun ja auch, weil es Spaß macht", so der stellvertretende Vorsitzende des Schaustellerverbandes abschließend.


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