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Klein Ilsede - Fuhsewiesen erhalten keinen Aussichtsturm

von Nino Milizia


Der Traum von einem Aussichtsturm zur Beobachtung der Vogelbestände scheint ausgeträumt. Symbolfoto: Pixabay
Der Traum von einem Aussichtsturm zur Beobachtung der Vogelbestände scheint ausgeträumt. Symbolfoto: Pixabay Foto: Pixabay

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23.02.2018

Klein Ilsede. Wäre es nach SPD und den Grünen gegangen, bekämen die Fuhsewiesen einen Aussichtsturm zur Beobachtung der Vogelbestände und zwei Infotafeln. Von dieser Planung wird nun jedoch Abstand genommen, heißt es in einer Beschlussvorlage, die dem Ausschuss für Umwelt- und Verbraucherschutz im März zur Beratung vorgelegt wird.



Ein Antrag von Sozialdemokraten und Grünen hatte zum Ziel gehabt, das Gebiet aufgrund seiner avifaunistischen Bedeutung für die Bevölkerung durch einen Aussichtsturm und einen Lehrpfad erlebbar zu gestalten. Auch ein Naturschutzverband wie beispielsweise der NABU sollte die Betreuung übernehmen.

Doch laut Vorlage sei der Antrag bereits kontrovers diskutiert worden. Die Anlage mit beantragtem Lehrpfad sei nicht sinnvoll, da es an geeigneten Wegen mangele. Also sollte es lediglich bei zwei Infotafeln bleiben, die im näheren Umfeld über das Gebiet und die dortige Tier- und Pflanzenwelt informieren sollten. Doch weitere Diskussionen sollten folgen. Unter anderem war es nicht möglich, sich auf einen geeigneten Standort für den Turm zu einigen. 30.000 Euro waren als Investitionskosten in den Haushalt 2018 für dieses Projekt bereits eingestellt, doch wird das angestrebte Ziel wohl nicht erreicht.

Ungünstige Relation von Kosten und Nutzen


Dafür gibt es vielfältige Gründe: Zum einen gehören die Wege in dem Gebiet zum Realverband Klein Ilsede, der der Nutzung der Wege im Baugenehmigungsverfahren zustimmen müsste, sich aber in einem Gespräch wenig begeistert von einem Aussichtsturm zeigte. Allein mit einem Weg könnte der Realverband sich anfreunden, doch ist hier nicht abschließend geklärt, ob dieser überhaupt ausreichend dimensioniert und tragfähig für die Baufahrzeuge ist. Eine Baugrunduntersuchung für 2.500 Euro müsste zunächst vorgenommen werden. Zudem müsste aus naturschutzfachlicher Sicht in dem Plangebiet ein Beobachtungsturm so platziert und konzipiert werden, dass dieser in dem Landschaftsschutzgebiet keine größere Störwirkung insbesondere auf die dort vorhandenen, teilweise äußerst störungsempfindlichen und seltenen Vogelarten hat.

In der Vorlage heißt es wörtlich: "Nicht zuletzt aufgrund des Grundsatzes der Vermeidung unnötiger Eingriffe ist im Übrigen der Bedarf eines solchen Aussichtsturmes in dem Gebiet kritisch zu hinterfragen." Hinzu kommt, dass weitere erforderliche Untersuchungen und Planungen die Kosten eher auf 60.000 Euro treiben würden. Laufende Unterhaltungskosten und Reparaturen nach Vandalismus sind dabei nicht einmal eingeplant. Dementsprechend fällt das Fazit des Fachdiensts Umwelt aus: "Aufgrund der sich abzeichnenden ungünstigen Relation von Kosten zu Nutzen wird empfohlen von der Weiterführung der Planung eines Aussichtsturmes in den Fuhsewiesen bei Klein Ilsede Abstand zu nehmen."


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