whatshotTopStory

Kniefall gegen Rassismus: 6-Jähriger setzt ein Zeichen in Braunschweiger Innenstadt

Der sechsjährige Akil aus Braunschweig hat sich am Tag der Kundgebung auf dem Kohlmarkt vor einem Polizisten niedergekniet. Damit wollte er ein Zeichen gegen Rassismus setzen.

von Julia Seidel


Akil kniet sich vor den Polizisten nieder. Auch der Polizist kniet sich hin.
Akil kniet sich vor den Polizisten nieder. Auch der Polizist kniet sich hin. Foto: Privat

Artikel teilen per:

13.06.2020

Braunschweig. Am vergangenen Sonntag, 7. Juni, fand auf dem Kohlmarkt in Braunschweig die Kundgebung gegen Rassismus der Grünen Jugend Braunschweig statt. Über 2.000 Personen versammelten sich auf dem Kohlmarkt, um den Tod George Floyds zu betrauern und um gegen strukturellen Rassismus, Hass, Hetze und Polizeigewalt einzustehen (regionalHeute.de berichtete). Auch der sechsjährige Akil aus Braunschweig war mit seinem Vater in der Innenstadt unterwegs. Vor einem Polizisten kniete sich der Junge nieder, um seinem Protest gegen Rassismus Ausdruck zu verleihen. Aber der Reihe nach.


Eigentlich wollte Akil mit seinem alleinerziehenden Vater an diesem Tag in der Innenstadt nur ein Hähnchen essen gehen. Nachdem sie ihr Auto geparkt hatten, sind sie zu Fuß über den Marktplatz gegangen. "Papa, was ist das?", fragte Akil seinen Vater, als er die Demonstranten auf dem Platz sah. "Ich habe es ihm daraufhin erklärt", so sein Vater im Gespräch mit regionalHeute.de. Was Rassismus ist, verstehe er bereits und finde das nicht gut. Mit seinen sechs Jahren könne der Junge bereits lesen und schreiben und gilt als hochbegabt.

"Ich bin gegen Rassismus."


Auf dem Rückweg vom Hähnchen-Essen seien die beiden aus Richtung Hutfiltern wieder auf den Kohlmarkt zugegangen. Einige Polizisten standen am Rand der Kundgebung. Plötzlich habe sich der Junge von der Hand des Vaters losgerissen und lief zu den Polizisten hin. "Mit welchem Bein soll ich knien?", hat er gefragt. Als der Polizist ihm versicherte, dass das egal sei, kniete sich der Junge nieder. Daraufhin sei auch der Polizist in die Knie gegangen. "Die Demonstranten waren weiter weg beim Brunnen. Es war ganz still. Ich hab Gänsehaut bekommen", so Akils Vater. Auf die Nachfrage, warum er das getan habe, antwortete Akil: "Ja, ich bin gegen Rassismus."

Die Pose, den Kniefall als Zeichen gegen Rassismus, als Zeichen des Protestes, kenne der Junge aus dem Sport. Vor allem Footballspieler nutzen diese Pose, um gegen Rassismus einzustehen. Der Junge, der selbst bei Eintracht Braunschweig Fußball spielt, hat es damit nicht nur geschafft seinen Vater zu beeindrucken. Auch die Passanten und der Polizist wären beeindruckt gewesen. Sogar Applaus habe es gegeben.

Für die Zeit nach Corona hat Akil auch schon einen Wunsch: Er möchte gerne einmal nach Paris.


zur Startseite