Kreis-SPD zu Medizin und Pflege: "Große Aufgaben stehen bevor"




[image=5e1764d4785549ede64cd16e]Es wird eine große Aufgabe, die medizinische und pflegerische Versorgung vor Allem im ländlichen Bereich sicherzustellen. Nun sind Ideen und Lösungsansätze gefragt. Die SPD im Unterbezirk Wolfenbüttel machte mit einer Veranstaltung einen ersten Schritt, heißt es in einer Mitteilung.

Rund 40 Gäste waren der Einladung der SPD gefolgt und fanden sich in außergewöhnlichem Ambiente im Spiegelsaal des Schlosses Schliestedt ein. Das Thema: „Medizinisch-pflegerische Versorgung im ländlichen Raum“. Als Gäste konnte der SPD Unterbezirksvorsitzende Marcus Bosse den Vorsitzenden der AOK Niedersachsen Dr. Jürgen Peter, den Vorsitzenden der Wolfenbütteler Pflegekonferenz Ralf Harmel, die Leiterin des AWO-Pflegeheimes Wolfenbüttel Ellen Arndt, die Leiterin der Pflegeeinrichtung Schloß Schliestedt Sabine Resch-Hoppstock und den Seniorenbeauftragten des Landkreises Wolfenbüttel Wilfried Meinecke begrüßen. Der auf der Einladung angekündigte Stephan Weil musste kurzfristig seine Teilnahme absagen.

Zu Beginn der Veranstaltung sprach der Vorsitzende der SPD im Wolfenbütteler Kreistag Falk Hensel Grußworte zu den Gästen und schilderte aus seiner Sicht die Zukunftsprognosen bei der ärtzlichen-pflegerischen Versorgung. Die SPD-Kreistagsfraktion beschäftige sich intensiv mit dem Thema: „Wie sieht die Pflege der Zukunft aus?“

Bei der anschließenden Diskussion wurde schnell deutlich, vor was für gewaltigen Aufgaben sich unsere Gesellschaft befindet. Durch die demographische Entwicklung wird die Anzahl der zu Pflegenden weiter steigen, gleichzeitig werden die Rahmenbedingungen durch wachsende Bürokratie für Pflegende immer schwieriger. „Es ist für einen Mitarbeiter in der ambulanten Pflege schon jetzt kaum möglich, sein Tagespensum zu erfüllen und sich gleichzeitig auch menschlich um den Pflegebedürftigen zu kümmern“, so Resch-Hoppstock. Zudem gehe, so Ralf Harmel, die Zahl der Bewerber für den ambulanten Pflegedienst zurück: „Es muss gelingen, die Jobs in der Ambulanten Pflege attraktiver zu gestalten, durch faire Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen“. Dabei sei soziale Wirtschaft auch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor.

Das Schloß Schliestedt ist mit rund 120 Mitarbeiten der zweitgrößte Arbeitgeber in der Schöppenstedter Region. Gerade abseits der Städte zeichnet sich jedoch zunehmend ein Pflegenotstand ab. „Man muss folgendes bedenken: In der Stadt Wolfenbüttel leben etwa 54.000 Einwohner, im Landkreis Wolfenbüttel sind es 123.000. Trotzdem sind 2/3 aller ambulanten Pflegedienste in der Stadt ansässig“, so Bosse. Dr. Jürgen Peter sagte unter Zustimmung aller Gäste, dass künftige Pflege auch bezahlbar sein müsse: „Man muss gemeinschaftlich nach Lösungen suchen“ Der Politik empfahl er „mehr Mut zu Veränderungen“. Die von der Bundesregierung verabschiedete Pflegereform sei allenfalls ein Pflegereförmchen, die an den schwächelnden Strukturen nichts ändere.





Neben der Pflege wurde auch das Thema der ärztlichen Versorgung behandelt „Auf dem Land schließen nach und nach Arztpraxen, ohne das ein Nachfolger gefunden wird. Für Ältere Menschen wird es zunehmend schwerer, die medizinische Behandlung zu erhalten, die sie benötigen“, so Bosse. Eng mit dem Thema verbunden ist die oft schwache Bus- oder Bahnanbindung, die das Aufsuchen eines Arztes für viele ältere Menschen unmöglich mache. Dr. Peter berichtete über verschiedene Pilotprojekte, um der ärztlichen Versorgung auf dem Lande entgegenzuwirken. Er sagte deutlich: Noch haben wir keine Unterversorgung, wir müssen uns jetzt den Problemen der Zukunft stellen.“



„Die gesetzlichen Rahmenbedingungen hinken der Realität vor Ort weit hinterher und bedürfen dringender Verbesserung“, waren sich alle Anwesenden einig. Es wird Zeit, dass sich in Land Niedersachsen und im Bund etwas ändert und die Politik mutig zu Reformen bereit ist.


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