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Kritik an Julia Klöckner: CDU-Bürgermeisterkandidat fordert mehr Pragmatismus gegenüber Bauern

Julia Klöckner habe sich sehr unbeliebt bei den Landwirten gemacht, so Breske. Man dürfe diesen Berufsstand, der der CDU traditionell nahe stehe, nicht vor den Kopf stoßen.

Zu Besuch bei der Familie Hantelmann.
Zu Besuch bei der Familie Hantelmann. Foto: Tobias Breske

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28.07.2020

Cremlingen. In den vergangenen Jahren habe die CDU die Austritte zahlreicher Landwirte verkraften müssen. Allen voran die Bundeslandwirtschaftsministerin, Julia Klöckner, sei bei dem traditionell CDU-nahen Berufsstand eher unbeliebt. Der CDU-Bürgermeisterkandidat für Cremlingen und Gemeindeverbandsvorsitzender, Tobias Breske, sei deshalb der Einladung von Familie Hantelmann zur Getreideernte gefolgt. Breske war am vergangenen Freitag zusammen mit Dr. Adrian Haack, dem Bundestagsbewerber aus Fümmelse, zum Gespräch ans Feld gekommen, um über die Probleme in der Landwirtschaft zu sprechen. Dabei kritisierte der Bürgermeisterkandidat auch die Haltung der Bundes-CDU. Er fordere von seiner Partei mehr Pragmatismus ein, um die Bauern in Berlin und anderswo positiver gestimmt gegenüber der CDU zu sehen. Dies berichtet Tobias Breske in einer Pressemitteilung.


Anja Hantelmann, Landwirtin und Ortsbürgermeisterin von Hemkenrode, kritisiert vor allem den bürokratischen Aufwand. So sehe beispielsweise das Pflanzenschutzgesetz vor, dass der Sachkundenachweis für das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln alle drei Jahre erneuert werden müsse. „Das ist so, als ob ein Englischlehrer alle paar Jahre zum Vokabeltest müsste, um weiter unterrichten zu dürfen“, so Hantelmann. Dies sei nur ein Beispiel für die staatlichen Auflagen in der Landwirtschaft. Zudem werde der Einsatz von Düngemitteln immer restriktiver gehandhabt. „Wir ernten aktuelle Futterpflanzen, weil das Getreide für die Erzeugung von Lebensmitteln nicht geeignet ist. Das geht auf die eingeschränkten Möglichkeiten beim Düngen zurück“, so die Landwirtin weiter.

Tobias Breske betonte, dass der ländliche Raum durch die Landwirtschaft geprägt werde und die Probleme deshalb eine gesamtgesellschaftliche Dimension hätten. Der Bürgermeisterkandidat konnte die Kritik an der Bundespolitik gut nachvollziehen, obwohl der Naturschutz auch ihm ein Anliegen ist. „Ich glaube, dass Landwirtschaft und Naturschutz nicht im Widerspruch stehen müssen. Aber wenn die Auflagen aus Berlin immer weiter zunehmen, dann rechnet sich die Arbeit für einige Betriebe nicht mehr“, so Breske.
Dem Cremlinger CDU Gemeindeverbandsvorsitzenden war es wichtig, Haack die konkreten Auswirkungen der Gesetzgebung vor Ort zu zeigen und forderte von der Bundes-CDU mehr Pragmatismus ein. Dann würde sicherlich auch die Stimmung in der Berufsgruppe der Landwirte wieder positiver in Richtung der CDU.



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