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Kritik vom Ärztebund: „Niedersachsen schneidet skandalös schlecht ab“



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Kritik vom Ärztebund: „Niedersachsen schneidet skandalös schlecht ab“

Es würden zu wenig Ärzte ausgebildet. Die Zulassungszahlen für Studienplätze der Humanmedizin für die kommenden Semester seien unbefriedigend.

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Symbolbild Foto: Pixabay

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Niedersachsen. Das gestern von der Niedersächsischen Staatskanzlei herausgegebene neue Niedersächsische Gesetz- und Verordnungsblatt beziffert die Zulassungszahlen für Studienplätze der Humanmedizin für die kommenden Semester. Hans Martin Wollenberg, Erster Vorsitzender des Marburger Bundes Niedersachsen, kritisiert die Planungen in einer Pressemitteilung und warnt vor den Folgen.



„Das Land Niedersachsen wird weiterhin nicht seinen Versprechungen gerecht, durch eine Erhöhung der Zahl von Medizinstudienplätzen in Niedersachsen den zukünftigen Bedarf an Ärztinnen und Ärzten sicherzustellen.", ist sich Wollenberg sicher. Aus der gestern veröffentlichten „Verordnung über Zulassungszahlen für Studienplätze“ gehe hervor, dass in Niedersachsen für anstehende Semester erneut nur 759 Studienplätze für Humanmedizin angeboten werden: 359 an der Georg-August-Universität Göttingen, 320 an der Medizinischen Hochschule Hannover, 80 an der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg. Damit sei insbesondere die versprochene Steigerung der Studienplätze in Oldenburg nicht erfolgt.

"Im Vergleich skandalös schlecht"


Im Vergleich mit anderen Bundesländern schneide Niedersachsen damit skandalös schlecht ab. So werde in Baden-Württemberg beispielsweise ein Studienplatz pro 6.500 Einwohner zur Verfügung gestellt, in Niedersachsen ist es nur ein Studienplatz pro 10.500 Einwohner.

Der Marburger Bund Niedersachsen fordert das Land Niedersachsen erneut auf, seine Anstrengungen zu steigern und den Versprechungen der letzten Jahre endlich Taten folgen zu lassen. "Die oft zitierte Landarztquote führt alleine nur dazu, dass an einer Seite der Tischdecke gezogen wird. Sie verschweigt, dass ein Landarzt bei Beibehalten dieser Planungsstrategie zukünftig seine Patienten nur noch in Krankenhäuser ohne Ärzte schicken kann!“, so Wollenberg abschließend.


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