Region. Niedersachsen stellt die Weichen für die Zukunft des Schienenpersonennahverkehrs: Mit der Beschaffung von insgesamt 113 modernen Batteriezügen des Typs Mireo Plus B investiert das Land gemeinsam mit der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und dem Regionalverband Großraum Braunschweig rund eine Milliarde Euro in einen leistungsfähigen, klimafreundlichen und attraktiven Nahverkehr. So heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Bauen.
Die Bestellung umfasst 83 Fahrzeuge für die LNVG sowie weitere 30 Fahrzeuge für die Regionalbahnfahrzeuge Großraum Braunschweig GmbH. Dazu kommen die Errichtung und der Betrieb von zwei Werkstätten in Niedersachsen (eine davon in Goslar), Ersatzteilpakete und die langfristige Wartung und Instandhaltung der neuen Fahrzeuge. Damit zählt die Vergabe zu den größten Beschaffungsvorhaben im niedersächsischen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) der vergangenen Jahre.
Bahnangebot deutlich ausbauen
Die neuen Fahrzeuge werden von Siemens Mobility geliefert und sind ein wesentlicher Baustein zur Umsetzung der SPNV-Strategie 2040+, mit der das Land Niedersachsen gemeinsam mit den Aufgabenträgern das Bahnangebot deutlich ausbauen, modernisieren und schrittweise emissionsfrei gestalten will.
Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne erklärt: „Mit dieser Investition setzen wir die SPNV-Strategie 2040+ ganz konkret um. Wir stärken die Mobilität im Flächenland Niedersachsen und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass mehr Menschen zuverlässig, komfortabel und klimafreundlich mit der Bahn unterwegs sein können. Die neuen Züge stehen für einen modernen Nahverkehr, der die Regionen besser verbindet und die Menschen zwischen den Metropolen ebenso im Blick hat wie die ländlichen Räume.“
Das sagt der Regionalverband
Der Verbandsdirektor des Regionalverbandes Großraum Braunschweig, Ralf Sygusch, erklärt: „Mit den neuen emissionsfreien Fahrzeugen investieren wir in ein zukunftsfähiges Mobilitätsangebot für unsere Region. Unsere Fahrgäste profitieren von modernen Fahrzeugen, hoher Zuverlässigkeit und einem zukunftsweisenden Antriebskonzept. Das stärkt die Schiene als Rückgrat einer modernen Mobilität in der Region und weit darüber hinaus.“
Die dreiteiligen Batteriezüge bieten ein deutliches Plus an Komfort und Kapazität, heißt es in der Pressemitteilung. Sie verfügen über großzügige Mehrzweckbereiche, moderne Fahrgastinformationssysteme, WLAN, barrierefreie Einstiege sowie zahlreiche Fahrradstellplätze. Durch Türen auf unterschiedlichen Einstiegshöhen können Fahrgäste an Bahnsteigen mit verschiedenen Standardhöhen deutlich komfortabler ein- und aussteigen.
Fahren ohne Oberleitung
Mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 160 km/h erfüllen die Fahrzeuge zugleich die Anforderungen eines leistungsfähigen und attraktiven Nahverkehrs. Dank ihres Batterieantriebs können sie auf nicht elektrifizierten Strecken emissionsfrei fahren und die Batterien auf elektrifizierten Streckenabschnitten wieder aufladen. Dadurch wird die schrittweise Ablösung dieselbetriebener Fahrzeuge möglich, ohne dass sämtliche Strecken vollständig mit Oberleitungen ausgestattet werden müssen.
Schrittweise Inbetriebnahme ab 2031
Die ersten neuen Fahrzeuge sollen ab Ende 2031 im Weser-Leine-Netz und Harz-Heide-Netz eingesetzt werden. Es folgen weitere Einsatzgebiete, unter anderem im Heidekreuz. Parallel werden die erforderlichen Werkstatt- und Instandhaltungsstrukturen aufgebaut. Geplant sind neue Betriebswerkstätten in Goslar und Soltau. Die Instandhaltung der Fahrzeuge wird langfristig über 30 Jahre durch den Hersteller abgesichert.

