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Landkreis Goslar startet dritte Runde der Klimaschutzkampagne „Grüne Hausnummer“



Goslar

Landkreis startet dritte Runde der Klimaschutzkampagne „Grüne Hausnummer“

Ziel der Kampagne ist es, gute Beispiele sichtbar zu machen und anhand dieser aufzuzeigen.

Mithilfe einer Thermografie-Kamera können energetische Verluste an der Gebäudehülle sichtbar gemacht werden, wie hier z.B. die Wärmeverluste über Fenster und Dach eines denkmalgeschützten, teilsanierten Fachwerkhauses aus dem 18. Jahrhundert mit Holzverkleidung, Innendämmung und mit Isolierverglasten Fenstern.
Mithilfe einer Thermografie-Kamera können energetische Verluste an der Gebäudehülle sichtbar gemacht werden, wie hier z.B. die Wärmeverluste über Fenster und Dach eines denkmalgeschützten, teilsanierten Fachwerkhauses aus dem 18. Jahrhundert mit Holzverkleidung, Innendämmung und mit Isolierverglasten Fenstern. Foto: Herbert Wagner

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Goslar. Wer energieeffizient saniert oder beim Neubau seines Ein- oder Zweifamilienhauses den KfW 40 Standard erreicht hat, steigert nicht nur seinen Wohnkomfort und senkt seine Energiekosten, sondern der kann sein Engagement zukünftig wieder in Form einer „Grünen Hausnummer“ sichtbar am eigenen Haus anbringen. Nach zwei erfolgreichen Kampagnenrunden in 2017 und 2019 lobt der Landkreis Goslar die „Grüne Hausnummer“ in Kooperation mit der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) und der Energie Ressourcen Agentur Goslar (ERA) nun erneut aus.



„Ziel der Kampagne ist es, gute Beispiele sichtbar zu machen und anhand dieser aufzuzeigen: ‚Sanieren lohnt sich und es geht!‘“, berichtet Elisa Nestmann, Klimaschutzmanagerin des Landkreises und Initiatorin des Projektes. Mit der Auszeichnung sollen Hausbesitzer animiert werden, die Energieeinsparpotentiale in den eigenen vier Wänden zu erkennen und zu heben. Denn ein Handeln ist hier dringend erforderlich. Laut Umweltbundesamt entfällt ein Viertel des Endenergieverbrauches in Deutschland auf private Haushalte. Diese verwenden im Durchschnitt mehr als zwei Drittel ihrer Endenergie für Raum- und Heizwärme. Bei schlecht bis gar nicht isolierten Häusern sogar bis zu 85 Prozent.

Um das von der Bundesregierung für 2050 angestrebte Klimaschutzziel des nahezu klimaneutralen Gebäudebestands zu erreichen, ist es daher zwingend notwendig, die energetische Sanierung des Gebäudebestands deutlich zu steigern. Hier sind alle Gebäudeeigentümer gefragt. Mithilfe moderner Technologien und einer energieeffizienten Gebäudedämmung können Hausbesitzer große Einsparpotenziale heben und somit auf Dauer den eigenen Geldbeutel entlasten und obendrein zum Klimaschutz beitragen.


Dass Gebäudedämmung einen positiven Effekt auf das Raumklima hat und für eine bessere Energieeffizienz sorgt, konnte Frau Nestmann bereits im September 2019 mit der „Eisblockwette“ auf dem Jakobikirchhof in Goslar erfolgreich unter Beweis stellen. Bei der Aktion handelte es sich um zwei von außen vollständig identisch aussehenden Holzhäuschen, eines gedämmt, das andere nicht, die jeweils einen 1000 Liter Eisblock „beherbergten“. Nach 45 Tagen mit sommerlichen Außentemperaturen lag die Temperatur im gedämmten Häuschen, der „Villa Wohlig“, noch bei 3,5 °C und der Eisblock war nur etwa zur Hälfte abgeschmolzen. Im Vergleich dazu hatte sich der Eisblock in der ungedämmten „Villa Hitzig“ bereits nach zwei Wochen vollständig verflüssigt. Mit dem Experiment konnte deutlich gezeigt werden: Dämmen lohnt sich!

Das berichten auch die 21 Hausbesitzerinnen und -besitzer, die in den vergangenen Kampagnenrunden im Landkreis Goslar mit der Grünen Hausnummer prämiert wurden. Niedersachsenweit sind es seit Beginn der Kampagne in 2015 mittlerweile über 1.000.
Eine Bewerbung für die Auszeichnung ist noch bis zum 15. August 2021 möglich. Der Bewerbungsbogen und weitere Informationen sind erhältlich unter www.landkreis-goslar.de/grüne-hausnummer . Fragen zur Bewerbung können an Frau Nestmann per Mail an klimaschutz@landkreis-goslar.de oder unter der Rufnummer 05321 76-252 gestellt werden.


Attraktive Förder- und Beratungsmöglichkeiten


Für all diejenigen, die die Modernisierung ihres Eigenheims erst in naher Zukunft planen und auf Maßnahmen zum Energiesparen setzen wollen, bietet die Energie Ressourcen Agentur Goslar (ERA) eine kostenfreie und neutrale Erstberatung an. Dort können verschiedene Sanierungsoptionen besprochen werden. „Es ist wichtig und empfehlenswert, das Gebäude ganzheitlich zu betrachten, bevor Einzelsanierungsmaßnahmen vorgenommen werden. So kann sichergestellt werden, dass die einzelnen Maßnahmen passend aufeinander abgestimmt sind“, macht Michael Stieler, Energieeffizienzberater bei der ERA, deutlich. Weitere Informationen erteilt die ERA unter (05321) 6857899 oder per Mail an michael.stieler@goslar.de .

Eine umfassendere Energieberatung für Wohngebäude empfiehlt auch der Bund und fördert diese über die BAFA mit einem Zuschuss in Höhe von 80 Prozent des zuwendungsfähigen Beratungshonorars, maximal 1.300 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und maximal 1.700 Euro bei Wohnhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten. In einer Vor-Ort-Beratung ermittelt ein qualifizierter Energieberater den energetischen Zustand des Wohngebäudes, auf Basis dessen er für den Beratungsempfänger ein energetisches Sanierungskonzept bzw. einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellt. In diesem gibt er Empfehlungen, wie das Wohngebäude Schritt für Schritt über einen längeren Zeitraum durch aufeinander abgestimmte Maßnahmen umfassend energetisch saniert werden kann, oder wie durch eine umfassende Gesamtsanierung ein bundesgefördertes KfW-Effizienzhaus zu erreichen ist. Zudem wird auch auf geeignete Fördermöglichkeiten hingewiesen. Qualifizierte Energieberater sind u. a. in der „Energieeffizienz-Expertenliste für die Förderprogramme des Bundes“ unter www.energie-effizienz-experten.de zu finden. Weitere Informationen zum Förderprogramm erhalten Sie hier.




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