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Leitungswasser sparen: Brunnenwasser zum Planschen benutzen


Milan Toups und Harald Gülzow untersuchen Brunnenwasserprobe. Foto: vsr-Gewässerschutz
Milan Toups und Harald Gülzow untersuchen Brunnenwasserprobe. Foto: vsr-Gewässerschutz

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27.08.2019

Braunschweig. Brunnenwasser aus vielen Gärten im Raum Braunschweig ist zum Befüllen der Planschbecken geeignet.

Viele Menschen kamen am 24. Juli an den Informationsstand in Braunschweig, um abzuklären ob sie mit ihrem Brunnenwasser das Planschbecken befüllen können. Dies berichtet der VSR-Gewässerschutz e.V. in einer Pressemitteilung.

Die extrem heißen Sommertage und die zu weit entfernten und überfüllten Freibäder würden dazu führen, dass immer mehr Eltern und Großeltern große Mengen Wasser für die Befüllung der Pools benötigen. 80 Wasserproben von privat genutzte Brunnen aus dem Raum Braunschweig – Vechelde – Schwülper vom VSR-Gewässerschutz untersucht. „Erfreulicherweise haben wir festgestellt, dass drei Viertel der Proben zum Befüllen eines Planschbeckens geeignet sind. Auf diese Weise können viele Brunnennutzer kostbares Leitungswasser sparen und mit den Trinkwasservorräten nachhaltig umgehen“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

Wasser in Pools muss keine Trinkwasserqualität haben


Doch das Ergebnis zeige auch, dass es wichtig ist Gesundheitsrisiken auszuschließen. Der häufigste Ausschlussgrund wären derart hohe bakteriologische Belastungen mit coliformen Keimen und E.Coli gewesen, dass man das Wasser auch bei der Verwendung von Desinfektionsmitteln nicht zum Befüllen eines Planschbeckens nutzen könne. Das Wasser müsse zum Befüllen eines Pools keine Trinkwasserqualität aufweisen. Allerdings seien die Desinfektionsmittel für Pools nicht dafür da starke Belastungen im Füllwasser zu beseitigen. Hiervon sei jeder siebte Brunnen betroffen gewesen. Die Bakterien könnten über defekte Abwasserrohre ins Grundwasser geraten. Allerdings sei häufig gar nicht das Grundwasser mit Bakterien belastet, sondern die Bakterien würden bei Starkregenfällen durch undichte Deckel oder Risse in den Brunnen eindringen. Daher werde den Brunnenbesitzern geraten bei einer bakteriologischen Belastung erst mal zu überprüfen ob Regenwasser in den Brunnen gespült werde.

Bei sechs Prozent der Proben stellten Dipl. Phys. Harald Gülzow, Projektleiter im VSR- Gewässerschutz und Milan Toups, Bundesfreiwilliger (BFD) bei den Untersuchungen sehr viel Eisen fest. Eisenhaltiges Brunnenwasser führe zu keiner Gesundheitsgefahr, könne aber den Badespaß vermiesen, da das Eisen nach ein paar Tagen zu einer Verfärbung des Wassers und Ablagerungen führe. Der VSR-Gewässerschutz rate daher, wenn das Wasser nicht wie in kleinen Planschbecken häufig gewechselt werde, zu einer Sandfilteranlage für Pools. Der VSR-Gewässerschutz stellte nur bei zwei Brunnen eine zu hohe Nitratkonzentration zum Befüllen eines Planschbeckens fest.

Brunnenbesitzer können ihr Wasser untersuchen lassen


Der VSR-Gewässerschutz klärt Brunnennutzer darüber auf, dass es dringend nötig sei auch mit dem oberflächennahen Grundwasser nachhaltig umzugehen. Am Informationsstand hätten die Bürger Informationen bekommen, wie jeder einzelne Gartenbesitzer dazu beitragen könne, dass das Grundwasser wieder aufgefüllt werde. Der VSR-Gewässerschutz rät, hierzu das Regenwasser vom Dach im Garten zu versickern und nicht über die Kanalisation zu entsorgen. Am besten eignet sich dabei die Muldenversickerung, da sie sich gut in den Garten eingliedere und dafür sorgt, dass das Regenwasser optimal durch die Bodenschichten gereinigt werde. Weitere Informationen zu der Nutzung von Brunnenwasser für die Befüllen eines Planschbeckens hätten die Umweltschützer auf ihrer Homepage unter zusammengestellt. Brunnennutzer, die den Termin am Labormobil verpasst haben bietet der Verein an, eine Wasserprobe per Post zur Untersuchung zuzusenden.


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