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Lockdown: Online-Ausleihe für die Stadtbibliothek gefordert

Die Fraktion Die Linke hat einen entsprechenden Antrag eingereicht. In anderen Städten sei dies auch möglich.

Die Stadtbibliothek ist derzeit geschlossen.
Die Stadtbibliothek ist derzeit geschlossen. Foto: Anke Donner

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08.01.2021

Braunschweig. Gerade wurde der Lockdown bundesweit verlängert. Davon ist auch die Stadtbibliothek Braunschweig betroffen. Eine Ausleihe ist aktuell nicht möglich. Um den Zugang zu den Büchern dennoch zu ermöglichen, hat die Linksfraktion im Rat der Stadt Braunschweig die Umsetzung einer hygiene- und regelkonforme Ausleihe nach dem Vorbild der Stadtbibliothek Hildesheim beantragt. Das teilt die Fraktion in einer Pressemitteilung mit.



„Aktuell ist eine Ausleihe bei der Stadtbibliothek Braunschweig aufgrund des Lockdowns nicht möglich“, erläutert Gisela Ohnesorge, kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Rat. „Doch das muss nicht sein. Dass auch unter den Pandemie-Voraussetzungen eine hygiene- und regelkonforme Ausleihe möglich ist, zeigt unter anderem die Stadtbibliothek Hildesheim.“ In Hildesheim haben die Menschen die Möglichkeit, online oder telefonisch Pakete aus bis zu zehn Medien zusammenzustellen, die sie an einem festen Termin abholen können. In einem Antrag fordert die Linksfraktion nun, bei der Stadtbibliothek Braunschweig ein ähnliches System einzuführen. Dieser wird am kommenden Freitag im Ausschuss für Kultur und Wissenschaft beraten. Die Entscheidung trifft der Verwaltungsausschuss am 2 Februar.

"Nicht jeder kann sich neue Bücher leisten"


„Wir alle sollen und müssen zu Hause bleiben und die Kontakte reduzieren. Da sollten wir gerade jetzt die Chance nutzen, mehr zu lesen“, so Ohnesorge weiter. Vor allem bei Kindern bestehe die Möglichkeit, sie ohne weiteren Terminstress an das Lesen heranzuführen. Doch gerade jetzt sei es nicht möglich, sich Bücher auszuleihen. In den Buchläden sei es schließlich auch möglich, Bücher zu bestellen und abzuholen. Aber nicht alle haben die finanziellen Mittel, sich einfach neue Bücher zu kaufen, verdeutlicht die Linkenpolitikerin. Und auch die eBook-Ausleihe sei keine wirkliche Alternative, denn häufig fehlten dafür die technischen Voraussetzungen.

„Das Lesen von Büchern ist für die Entwicklung von Kindern wichtig und darf nicht am Geldbeutel der Eltern scheitern“, betont Ohnesorge. „Wir sind in einer besonderen Situation, in der wir kreative Ideen brauchen, um so gemeinsam durch die Pandemie zu kommen. Deshalb hoffen wir, dass die übrigen Ratsmitglieder zustimmen werden, damit allen der Zugang zu Büchern ermöglicht werden kann.“


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