Region. Rund 20 Prozent der genesenen Coronapatienten leiden unter den Spätfolgen einer Erkrankung - sogenanntem "Long Covid". Der Niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) tauschte sich nun mit Experten zu dem Thema aus. Der Minister und die Experten warnen nun vor einer neuen Welle aus Spätfolgen der Pandemie. Darüber berichtet das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur in einer Pressemitteilung.
Fast ein Fünftel aller COVID-19-Patienten litten unter Long Covid. Nun, da fast alle Coronamaßnahmen bis Anfang Mai wegfallen, befürchten viele ein weiteres steigen der ohnehin noch hohen Infektionszahlen. Auch Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) warnt davor die Pandemie auf die leichte Schulter zu nehmen, besonders im Hinblick auf Langzeitfolgen einer Erkrankung: Die Long-Covid-Welle hat ihren Scheitelpunkt noch lange nicht erreicht. Nach mehreren Wochen weit jenseits der 150.000-Marke müssen wir in den kommenden Wochen und Monaten mit rasant ansteigenden Long-Covid-Zahlen rechnen. Wir brauchen dringend neue Erkenntnisse über dieses bislang sehr diffuse Krankheitsbild, auf deren Basis wir den Betroffenen helfen können.“ Auch Niedersachsens Expertengremium warnt vor allzu großer Leichtsinnigkeit.
Datenlage weiterhin dünn
Einig seien sich die Fachleute auch darüber, dass keine abnehmende Belastung des Gesundheitswesens festzustellen ist – vor allem, da auch
Mitarbeiter in den Krankenhäusern, Praxen und Heimen erkranken. „Die chronische Belastung für Menschen in
Gesundheitsberufen ist enorm hoch. Sie arbeiten bereits seit zwei Jahren am Anschlag. Diesen Gesichtspunkt hat die Politik auf Bundesebene
weitgehend ignoriert“, so Professor Markus Bassler, Präsident der Wissenschaftlich-Medizinischen Allianz für Rehabilitation.