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Luchs gesehen! - Sichtungen können jetzt per App gemeldet werden



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Luchs gesehen! - Sichtungen können jetzt per App gemeldet werden

Jeder, der einen Luchs gesehen hat, kann nun eine Meldung abgeben.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Rudolf Karliczek

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Braunlage - Oderhaus. Um Hinweise auf Luchse zukünftig noch einfacher in das offizielle Monitoring melden zu können, gibt es nunmehr eine Luchs-Onlinedatenbank sowie eine kostenfreie Smartphone-App für iOS und Android Betriebssysteme. Auf beiden Wegen kann nun jeder, der einen Luchs gesehen hat, eine Meldung abgeben. Dies teilt der Nationalpark Harz mit.



Die Smartphone-App „Luchs-App" sei dabei direkt mit der online-Datenbank des Nationalparks verbunden: „Die Meldungen von Luchsbeobachtungen sind für unsere Arbeit enorm wichtig", so Ole Anders, Koordinator des Luchsprojektes Harz. „Alle wesentlichen Informationen können nun direkt in das Online-Meldeportal oder die App eingegeben und abgeschickt werden. Das erleichtert die Dokumentation und das Archivieren der eingehenden Hin- und Nachweise enorm", so Anders weiter. Die Basis der beiden Erfassungsmodule würden die von der Landesjägerschaft Niedersachsen bereits im vergangenen Jahr entwickelte Wolfs-Datenbank sowie die Wolfsmonitoring-App bilden: „Luchsnachweise gibt es längst nicht mehr nur im Harz, sondern auch in anderen Regionen Niedersachsens, insofern ist ein breit aufgestelltes Monitoring wichtig", so Ernst-Dieter Meinecke, Stellv. Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, die als Antragssteller für die Entwicklung beider Projekte firmierte.

Die Kosten für die Entwicklung der online-Datenbank wie auch die der Smartphone-App, habe die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung übernommen – insgesamt fast 38.000 Euro habe sie dafür zur Verfügung gestellt: „Sowohl die ehrenamtlich tätigen Luchsbeauftragten wie auch jeder interessierte Bürger kann nun mit den neuen Instrumenten schnell und einfach Hinweise auf Luchse in das offizielle Monitoring geben – ein wichtiges Projekt, das wir sehr gern unterstützt haben", sagt Stiftungsgeschäftsführer Karsten Behr.


Auch offline nutzbar


Die App besitze eine offline Funktion. Das bedeutet, dass Meldungen auch bei keiner oder schlechter Internetverbindung aufgenommen werden können. Sobald der Empfang wieder besteht, könnten die gespeicherten Meldungen verschickt werden. Dies sei besonders wichtig, da man auf zum Beispiel Spuren oder Losungsfunde direkt an Ort und Stelle aufnehmen könne – nicht selten sei dies im Wald, wo oft kein guter Empfang vorhanden ist. Auch das Hinzufügen der GPS-Koordinaten oder mit dem Smartphone aufgenommener Fotos sei problemlos auch im offline-Modus möglich.

„Zufällige Sichtbeobachtungen, Rissfunde, Spuren im Schnee oder andere Nachweise können nun noch schneller gemeldet werden. Nur durch die regelmäßige Sammlung und Auswertung aller Luchshinweise lässt sich ein Überblick über das aktuelle Verbreitungsgebiet und die Entwicklung des Luchses gewinnen", so Projektkoordinator Ole Anders.



24 Luchse ausgewildert


Im Jahr 2000 starteten das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium, das Niedersächsische Umweltministerium, die Nationalparkverwaltung Harz und die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) das Luchsprojekt Harz. Seither führe der Nationalpark Harz ein wissenschaftliches Luchs-Monitoring mit verschiedenen Methoden durch, um belastbare Daten über den Status und die Entwicklung der Luchse zu erhalten.

Seit dem Start des Projektes seien bis zum Jahr 2006 insgesamt 24 Luchse ausgewildert worden. Seither entwickele sich die Population eigenständig. Die Nationalparkverwaltung Harz sei für das Monitoring der Luchse zuständig und führe dies in enger Zusammenarbeit mit den Jägern vor Ort durch. Alle ehrenamtlichen Luchsbeauftragten seien Jäger, die ihre große Erfahrung und fachliche Expertise bei der Erfassung von Wildtieren in das Monitoringprogramm einbringen. Weitere Informationen zum Luchs und zum Luchsmonitoring: www.luchsprojekt-harz.de/

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung fördere Umwelt und Naturschutzprojekte sowie Projekte zugunsten der Entwicklungszusammenarbeit und der Denkmalpflege. Die Stiftung finanziere sich aus der Glücksspielabgabe und vor allem aus Einnahmen der Bingo-Umweltlotterie.


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